12.10.2018 - Zusammensetzung von Kraftstoff: Neue EU-Kennzeichnungsregeln treten in Kraft

BRÜSSEL -- Autofahrer sollen an der Tankstelle künftig klarer sehen, welcher Kraftstoff der richtige für ihr Fahrzeug ist. Seit dem 12. Oktober gelten in der EU neue Kennzeichnungsvorschriften für die laut EU-Kommission wachsende Vielfalt der verfügbaren Treibstoffe. Einheitliche Symbole sollen den Fahrern signalisieren, ob ein Kraftstoff für den Motor ihres Fahrzeugs geeignet ist. Sie müssen auf Tanksäule und Zapfpistole angebracht werden und bei neuen Autos auch in deren Tankdeckel und in der Bedienungsanleitung sichtbar sein.

Die Symbole für Benzin sind rund und durch die Beschriftung „E5“, „E10“, „E85“ ist der Anteil von Bioethanol im Ottokraftstoff erkennbar. Dieselartige Kraftstoffe sind durch ein quadratisches Symbol kenntlich und die Bezeichnungen „B7“, „B30“ geben die Biodieselkomponente an. Die Beschriftung „XTL“ signalisiert synthetischen Diesel, der nicht aus Rohöl hergestellt wird. Gasförmige Kraftstoffe werden durch das Symbol einer Raute gekennzeichnet und die Beschriftung zeigt die Art des Gases: CNG, H2, LNG oder LPG.

Die Kennzeichnungen basieren auf der EU-Richtlinie über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (2014/94/EU). Sie wurden von Expertengruppen erarbeitet und durch das Europäische Komitee für Normung (CEN) als Norm DIN EN 16942 angenommen. Die Kennzeichnungsregeln werden außer in den EU-Staaten auch in Island, Norwegen, Liechtenstein, der Schweiz, Serbien, Mazedonien und der Türkei eingeführt. Deutschland hat nach Angaben des Bundesumweltministeriums die Frist zur Umsetzung nicht eingehalten. Ein Gesetzesentwurf soll Anfang kommenden Jahres vorgelegt werden. Dann soll laut Kommission auch eine weitere Norm zur harmonisierten Kennzeichnung der Stromversorgung von Elektrofahrzeugen verabschiedet werden.

MBI/fra/12.10.2018

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