10.01.2018 - Zu viel Plastikmüll: EU-Kommission erwägt Steuer auf Kunststoffe

BRÜSSEL -- Die EU-Kommission erwägt Steuern auf Herstellung oder Verbrauch von Kunststoffen vorzuschlagen, um deren Produktion zu drosseln und die Menge an Plastikmüll zu reduzieren. Genaueres dazu will sie am kommenden Dienstag bekanntgeben. Dann will sie eine Strategie zum Umgang mit Kunststoffabfällen vorlegen. Diese würden wohl zum einem neuem großen Umweltproblem für die EU, sagte Haushaltskommissar Günther Oettinger am Mittwoch nach der wöchentlichen Sitzung des Kommissionskollegiums. „Größtenteils geht Altkunstoff bisher in Märkte außerhalb Europas, ganz stark nach China“, sagte Oettinger. Dort seien aus Plastiktüten, Verpackungsmüll und recyceltem Kunstoff neue Waren wie Spielzeug hergestellt worden. „Doch seit dem 1. Januar hat China seinen Markt dichtgemacht“, so Oettinger. Abfälle würden nicht mehr angenommen.

Um die Meere und Ozeane weltweit und das „Landschaftsbild“ in Europa zu schützen, müsse die Menge an verbrauchtem Kunststoff in der EU verringert werden. „Wir produzieren zu viel Plastik und Kunststoffe, die trotz Recyclings zu Abfällen werden und die wir nicht mehr in dem Maße wie bisher auf den Weltmärkten unterbringen“, sagte der Kommissar. Ob eine eventuelle Steuer bei Herstellern oder Verbrauchern ansetzen solle, müsse noch geprüft werden. Diese Prüfung werde auch nach Vorstellung der Kunststoffstrategie in der kommenden Woche weitergehen.

MBI/fra/10.1.2018

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