11.06.2018 - Brexit-Verhandlungen: Deutsche Wirtschaft will vom Juni-Gipfel Klarheit

BERLIN -- Die zäh verlaufenden Brexit-Verhandlungen haben die deutsche Wirtschaft zu einem Appell an die Politik veranlasst. In einer gemeinsamen Erklärung fordern der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) endlich eine Annäherung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich beim EU-Gipfel Ende Juni zu erreichen.

„Unsere Unternehmen müssen bis Oktober Klarheit haben für ihre Planungen nach dem Brexit-Stichtag", erklärte BDI-Präsident Dieter Kempf. Die deutsche Wirtschaft erwarte von der britischen Regierung „eine verbindliche und klare“ Antwort zum künftigen Wirtschaftsverhältnis zur EU. „Die Unternehmen sorgen sich, dass selbst die wichtige Übergangsphase kippen kann“, heißt es in der Erklärung.

BDA-Präsident Ingo Kramer verlangte, deutsche Unternehmen müssten auch künftig ohne Probleme Mitarbeiter in ihre Niederlassungen in Großbritannien entsenden können und diese müssten weiterhin im deutschen Sozialsystem verbleiben können. Ohne Einigung in diesen Punkten würde der britische Wirtschaftsstandort für deutsche Unternehmen „nicht gerade attraktiver“.

vbw-Präsident Alfred Gaffal mahnte mehr Tempo bei den Brexit-Verhandlungen an. Hauptziel müsse der Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien sein.

Zur Vorbereitung der Unternehmen auf den Brexit, haben die Verbände einen Leitfaden, mit Fragen und Empfehlungen veröffentlicht. „Auch wenn vieles noch unklar ist, in den Brexit-Verhandlungen steht eines fest: Sollte ein Unternehmen einen engen Bezug zum Vereinigten Königreich haben, werden negative Konsequenzen kaum zu vermeiden sein“, warnen die Verbände.

MBI/ang/11.6.2018

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