12.01.2018 - Beitritt zur Währungsunion: Juncker sieht Bulgarien auf gutem Weg

SOFIA -- Bulgarien ist einem Beitritt zur europäischen Wirtschafts- und Währungsunion nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schon recht nahe gekommen. Die Gesamtverschuldung des Landes sei mit „deutlich unter 30 Prozent“ des Bruttoinlandprodukts (BIP) eine der niedrigsten in der EU und ein jährliches Haushaltsdefizit „ist ein unbekannter Begriff in diesem Land“, sagte Juncker am Freitag nach dem Antrittsbesuch der EU-Kommission bei der im ersten Halbjahr amtierenden bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft.

Laut der Konjunkturprognose der Kommission vom Herbst hat Bulgarien seit 2014 ständig Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet und das soll auch im Vorhersagezeitraum bis 2019 so bleiben. Das Wachstum 2017 wurde bei 3,9 Prozent erwartet, soll sich aber in den nächsten Jahren etwas abschwächen. Auch bei der „realen Konvergenz“ der Wirtschaft mit den anderen Eurostaaten habe es deutliche Fortschritte gegeben, aber „es reicht noch nicht ganz“, sagte Juncker. Er sei aber der Meinung, dass Bulgarien „so schnell wie möglich dem Wechselkursmechanismus II beitreten sollte“. Die Mitgliedschaft im WKM II ist eine der Bedingungen für die Euro-Einführungen. Der Kurs der Landeswährung muss dann mindestens zwei Jahre „spannungsfrei“ in einem Korridor von 15 Prozent um den Euro gehalten werden.

Bulgariens Premierminister Boiko Borrisow sagte, sein Land sei bereit für den WKM II. Er hoffe, dass es bald zum Beitritt komme. Seine Regierung habe „getan was wir müssen“ und es gebe große Fiskalreserven. Eine Entscheidung über eine Aufnahme in den WKM II müssen die Euro-Finanzminister treffen.

MBI/fra/12.1.208

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