19.09.2019 - Wechsel im Aufsichtsrat/Zehn Innogy-Aufsichtsräte legen ihr Mandat nieder

Nach dem Brüsseler Ja zur Zerschlagung des Energieunternehmens Innogy deutet sich im Aufsichtsrat ein Wechsel der Hälfte der Teilnehmer an. Alle zehn Anteilseigner-Vertreter hätten sich vor dem Hintergrund des Aktionärswechsels von RWE auf E.ON entschieden, ihre Mandate niederzulegen. Das hätten sie in der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag entschieden, teilte die Innogy SE mit. Die Aufsichtsräte scheiden zum 4. Oktober aus.

Nach der Freigabe durch die EU-Kommission herrsche für die Aktionäre und die Mitarbeiter nun Klarheit, erklärte der ebenfalls scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Erhard Schipporeit. Für Innogy beginne eine neue Zeitrechnung - als Teil der neuen E.ON und der neuen RWE. "Unsere heutige Weichenstellung im Aufsichtsrat erleichtert die herausfordernde Integrationsaufgabe, die jetzt bevorsteht", sagte Schipporeit. "Das ist der richtige Zeitpunkt für einen geordneten Stabwechsel."

Die kurzfristige gerichtliche Bestellung der neuen Anteilseignervertreter sei unmittelbar beantragt worden, teilte Innogy mit. Im Rahmen der Neubesetzung werde auch sichergestellt, dass die Interessen der Minderheitsaktionäre durch eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder vollumfänglich berücksichtigt werden.

Am Dienstag hatte die EU-Kommission der wohl größten Transaktionen der deutschen Industriegeschichte unter Auflagen grünes Licht gegeben. Dabei will E.ON den Schwerpunkt auf die Verteilung und den Handel mit Strom und Gas setzen, RWE vor allem auf Stromerzeugung und Großhandel. Es gebe "keine Anhaltspunkte" dafür, dass durch den Deal, den RWE mit mehr als 40 Milliarden Euro beziffert, in Deutschland "erheblicher Wettbewerbsdruck entfallen würde". Voraussetzung ist, dass E.ON seine Zusagen einhält. Am Mittwoch waren die bislang von RWE gehaltenen Anteile an Innogy auf E.ON übergegangen. RWE hatte einen Anteil von rund 76,8 Prozent.

MBI/DJN/map/19.9.2019

Weitere Plattformen der MBI Infosource