12.10.2018 - Ölmarktbericht der IEA/Wachstumsprognose für Ölnachfrage 2018 und 2019 gesenkt

Die globale Ölnachfrage wird nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) in diesem und im nächsten Jahr langsamer wachsen als erwartet. Zur Erklärung verwies die IEA auf die Handelsspannungen und die höheren Ölpreise. In ihrem monatlichen Ölmarktbericht senkte die IEA ihre Prognosen für das Wachstum der Ölnachfrage 2018 und 2019 um 110.000 Barrel auf 1,3 Millionen Barrel pro Tag beziehungsweise 1,4 Millionen Barrel pro Tag.

Die Agentur - eine in Paris ansässige Organisation, die Regierungen und Unternehmen bei Energietrends berät - erklärte, dass die Nachfrage durch die negativen Auswirkungen höherer Ölpreise auf die Verbraucher, insbesondere in Schwellenländern, sowie durch einen schwächeren Bedarf in China und den eskalierenden Handelsstreit des Landes mit den USA beeinträchtigt werde.

Die Ölpreise sind im Oktober auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen, wobei die globale Benchmarksorte Brent vorübergehend 85 Dollar pro Barrel überschritt. Die Preise wurden durch die rückläufige iranische Produktion und Exporte im Vorfeld der US-Sanktionen gegen die Ölindustrie des Landes im nächsten Monat gestützt.

Mittel- bis langfristig erwartet die IEA jedoch, dass es "keinen Peak in Sicht" für die globale Ölnachfrage gebe. "Die Treiber der Nachfrage sind nach wie vor sehr stark, wobei die Petrochemie ein wichtiger Faktor ist", hieß es im Bericht. Sowohl die globale Ölnachfrage als auch das globale Ölangebot seien mit rund 100 Millionen Barrel pro Tag neuen "historisch bedeutsamen Höchstständen" nahe.

Angesichts der rückläufigen Produktion aus dem Iran haben andere Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihre Allianzpartner wie Russland die Produktion hochgefahren, um die Lücke zu schließen, teilte die IEA mit. Die Opec-Rohölproduktion stieg im September um 100.000 Barrel pro Tag auf 32,78 Millionen Barrel pro Tag, wobei der größte Zuwachs aus Saudi-Arabien kam, wo das Angebot auf 10,52 Millionen Barrel pro Tag zulegte.

MBI/DJN/map/12.10.2018

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