31.01.2018 - Markt zieht wieder an/Solarverband fordert Abbau von Hindernissen

Stark gesunkene Photovoltaik-Preise haben die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland 2017 nach Jahren des Marktrückgangs erstmals wieder spürbar anziehen lassen. Das teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) jetzt auf der Basis von Daten der Bundesnetzagentur mit. Demnach wurden bis zum Jahresende 2017 rund 67.200 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,75 Gigawatt bei der Bundesbehörde in Bonn gemeldet. Das sind laut BSW rund 15 Prozent mehr als 2016 mit 1,53 Gigawatt. Im Dezember allein wurden knapp 158 Megawatt (MW) neu installiert nach 116 MW im November. Zum 31. Dezember 2017 waren insgesamt 42.982 MW Solarstromkapazität installiert. Die Nachfrage bleibe trotz der Belebung jedoch weiterhin hinter dem klimapolitisch Notwendigen zurück, monierte der Solar-Verband.

Er fordert daher von der Bundesregierung, bestehende Marktbarrieren sowie Photovoltaik-Ausbaudeckel zu beseitigen und die Ausbauziele deutlich heraufzusetzen. Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen bis 2020 geplanten Photovoltaik-Sonderausschreibungen von insgesamt vier Gigawatt hält der BSW zwar für einen Schritt in die richtige Richtung, aber "zu kurz gesprungen". Das deutsche Energiesystem sei für deutlich mehr Solarenergie bereit, deshalb sollten bestehende Bremsen gelöst werden, sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Er bemängelt, dass wegen des Preisverfalls die im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer Solaranlagen keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis hätten.

Um eine Beschleunigung des Solarenergie-Ausbaus zu erreichen, empfiehlt der Verband in einem jetzt vorgelegten Zehn-Punkte-Programm unter anderem, das Auktionsvolumen ebenerdig errichteter Solarparks von derzeit 600 Megawatt im Jahr auf mindestens 3.000 Megawatt zu verfünffachen. Außerdem plädiert der BSW für die Abschaffung bestehender Ausbaudeckel für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, da sie sich zunehmend als Investitionshindernisse erweisen sollen. Als überfällig bezeichnet der BSW auch den Abbau bürokratischer Barrieren und finanzieller Belastungen für die verbrauchsnahe Eigen- oder Direktversorgung gewerblicher wie privater Verbraucher mit Solarstrom. Insgesamt hält der Verband einen jährlichen Photovoltaik-Zuwachs von rund zehn Gigawatt für notwendig, um die Klimaziele zu erreichen und den wachsenden Ökoenergiebedarf im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor zu decken.

MBI/jcl/aul/31.1.2018

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