17.09.2019 - Keine Wettbewerbsbedenken/Brüssel gibt E.ON und RWE grünes Licht für Innogy-Zerschlagung

Die EU-Kommission hat die Zerschlagung des Energieunternehmens Innogy durch die beiden Konzerne RWE und E.ON durchgewunken. Es gebe "keine Anhaltspunkte" dafür, dass durch die Aufteilung der Geschäftsfelder Vertrieb und Kundenlösungen sowie bestimmter Vermögenswerte von Innogy in Deutschland "erheblicher Wettbewerbsdruck entfallen würde", teilte die Kommission mit. E.ON muss aber zusichern, vorgelegte Zusagen auch vollständig umzusetzen. Der Beschluss sei nach einer eingehenden Prüfung des geplanten Zusammenschlusses erlassen worden. Die Kommission hatte RWE bereits im Februar grünes Licht für die Transaktion gegeben.

"Privat- und Geschäftskunden in Europa müssen Strom und Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen beziehen können", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Eon habe zugesichert, "dass der Zusammenschluss in den Ländern, in denen diese Unternehmen tätig sind, nicht zu einer geringeren Auswahl und höheren Preisen führen wird", so Vestager. Konkret hat Eon die Veräußerung der meisten Verträge mit Heizstromkunden in Deutschland und den Verkauf von 34 Ladestationen für Elektrofahrzeuge an deutschen Autobahnen vorgeschlagen. In Ungarn will Eon auf Teile des Stromgeschäfts verzichten, in Tschechien auf das gesamte Strom- und Gasgeschäft.

Die veräußerten Vermögenswerte und die nicht weiter betriebenen Ladestationen sind aus Sicht der Kommission rentabel, so dass geeignete Käufer künftig auf den relevanten Märkten wirksamen Wettbewerbsdruck auf das neu aufgestellte Unternehmen ausüben könnten. Zudem sei der Markt in Deutschland "stark fragmentiert", hieß es von der Kommission. Auch in der Slowakei gebe es keinen Hinweis, "dass die beteiligten Unternehmen stärker miteinander konkurrieren würden, wenn der Zusammenschluss nicht durchgeführt würde".

Bei der Transaktion gibt RWE 76,8 Prozent der Innogy-Anteile an Eon ab und überweist zusätzlich 1,5 Milliarden Euro. Im Gegenzug erhält der Essener Konzern die Erneuerbaren-Produktion von Eon und Innogy. Zugleich sichert sich RWE eine 16,7-prozentige Minderheitsbeteiligung an dem langjährigen Konkurrenten.

MBI/DJN/map/17.9.2019

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