12.10.2017 - Erneuerbaren-Ausbau/Redispatch-Umfang bleibt überschaubar

Wenn die aktuellen Planungen zum Ausbau der Stromnetze umgesetzt werden, ließen sich die Abregelungen Erneuerbarer Energien wie auch generell die zur Netzstabilität notwendigen Eingriffe ins Stromsystem - und so auch die damit verbundenen Kosten - deutlich reduzieren. Die zusätzlichen Transportkapazitäten in einem auf die Energiewende ausgelegten Stromleitungssystem würden sogar einen deutlich schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien zulassen, wie eine nun veröffentlichte Analyse der RWTH Aachen zeigt, die im Auftrag von Dong Energy ausgeführt wurde.

Mit der für 2025 angestrebten Inbetriebnahme der Hochspannungs-Gleichstroms-Übertragungsleitungen (HGÜ) SuedLink und SuedOstLink werden wichtige Ziel beim Umbau des Stromnetzes erreicht. Auch im Jahr 2024, also noch vor der Inbetriebnahme der großen HGÜ-Leitungen, ist die Menge an abgeregeltem oder zum Ausgleich erforderlichem Strom auch bei weiterem Erneuerbaren-Ausbau überschaubar, so die Studie. Die errechnete von den Netzbetreibern zur Systemstabilität gemanagte Strommenge von 16 Terawattstunden (TWh) liegt etwa auf dem aktuellen Niveau. Nach Inbetriebnahme der HGÜ-Leitungen im Jahr 2025 wären Eingriffe für die Stromnetzsicherheit kaum noch nötig, insgesamt würde nur noch eine jährliche Strommenge von 2,1 TWh abgeregelt bzw. zusätzlich abgefragt werden. "Auch wenn die Netzbetreiber in den kommenden Jahren weiter einige Herausforderungen für den stabilen Stromnetzbetrieb meistern müssen, scheint die für die Netzstabilität zu steuernde Strommenge entgegen früherer Prognosen auch vor Inbetriebnahme der großen HGÜ-Leitungen im Jahr 2025 im Rahmen zu bleiben. Panikmache, auch hinsichtlich der resultierenden Kosten, ist demnach nicht angesagt”, erläutert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

MBI/cdg/12.10.2017

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