09.01.2018 - WWF hält Klimaziel 2020 mit Sofortmaßnahmen noch für erreichbar

Die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland hält das deutsche Klimaziel 2020 noch für erreichbar. Dafür müssten allerdings noch in diesem Jahr entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden, sagte Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik. Dazu gehört nach seinen Angaben der "Einstieg in den Kohleausstieg". Das dürfe aber nicht wie aktuell vorgesehen in eine Kommission verschoben werden, die erst Ende 2018 Ergebnisse liefere, die dann erst ab 2019 umgesetzt werden könnten. "So ist das Klimaziel 2020 wirklich nicht zu erreichen", sagte er in Anspielung auf die Pläne einer möglichen Großen Koalition. Diese könnte das Klimaziel 2020 offiziell aufgeben, wie am Montag nach einem Treffen der Arbeitsgruppe für Energie, Klimaschutz und Umwelt bekannt wurde. Die Aufgabe des Klimaziels ist für Schäfer "inakzeptabel". „Das erste Signal, das aus den Sondierungen durchdringt, zeigt vor allem eins: Wieder einmal werden dringend nötige Schritte aufgeschoben, statt sie anzupacken", sagte er. Mit der Unerreichbarkeit des Klimaziels zu argumentieren, bezeichnet er als unehrlich, weil mit den geeigneten Maßnahmen die Vorgaben noch erreicht werden könnten.



Für den WWF stehen Angela Merkel und Martin Schulz in der Verantwortung, ihre eigenen Ziele ernst zu nehmen. Dazu müssten bereits in den Koalitionsverhandlungen konkrete Maßnahmen zum Erreichen der 2020- und 2030-Ziele beschlossen werden. Als erste Amtshandlung sollte die neue Bundesregierung ein Sofortprogramm für den Klimaschutz auf den Weg bringen. Auf EU-Ebene sei sie zudem gefragt, sich für ein höheres 2030-Ziel einzusetzen. Positiv ist aus Sicht der Umweltschützer, dass "die Verhandler endlich ein Klimaschutzgesetz beschließen wollen und die Abkehr von der schädlichen Kohle zumindest durch eine Kohleausstiegskommission auf der Tagesordnung der deutschen Politik bleibt." Ein konkreter Ansatz für eine wirksame CO2-Bepreisung aber fehle.

MBI/sir/9.1.2018

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