02.12.2019 - Unep warnt vor "Produktionslücke" bei Gas, Kohle und Öl

Die Welt ist offenbar auf dem besten Weg, viel mehr Kohle, Öl und Gas zu produzieren als mit der Beschränkung der Klimaerwärmung um 1,5 bis 2 Grad zu vereinbaren ist. So entstehe eine "Produktionslücke", die es erschwere, die Klimaschutzziele zu erreichen, berichtet das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep). Der Bericht ist der erste, den Unep zu diesem Thema herausgibt. Der "Production Gap Report" komplettiert dabei den "Emissions Gap Report", der zeigt, dass die Einsparmaßnahmen der Staaten zu gering sind, um die Klimaerwärmung aufzuhalten. Auch die Einsparpläne der Länder selbst befindet Unep als nicht ausreichend. Die Überinvestitionen in Kohle, Öl und Gas führten dazu, dass an Infrastrukturen für die fossilen Brennstoffe festgehalten werde, was eine Reduzierung der CO2-Emissionen schwieriger mache.

Laut Michael Lazarus, Leitautor für den Bericht und Direktor des US-Zentrums des Stockholm Environment Institute, zeigt der Bericht erstmals, wie groß der Unterschied zwischen den Pariser Klimazielen und den Einsparplänen der Länder sowie deren Plänen für fossile Brennstoffe tatsächlich ist.

Mehrere Organisationen und mehr als 50 Wissenschaftler haben zu dem Bericht beigetragen. UNEP-Exekutivdirektorin Inger Andersen weist darauf hin, dass die CO2-Emissionen genau auf dem Niveau verharren wie ein Jahrzehnt zuvor für das Business-as-usual Scenario in den Emissions Gap Reports berechnet.

Nach den Berechnungen ist die Welt auf dem Weg, 2030 rund 50 Prozent mehr an fossilen Brennstoffen herzustellen. Am größten sei die Lücke bei Kohle: Bis 2030 sollen 150 Prozent mehr Kohle produziert werden als mit dem 2-Grad-Ziel vereinbar wäre, und 280 Prozent mehr als mit dem 1,5-Grad-Ziel. Bis 2040 würden ohne Gegenmaßnahmen 40 Prozent mehr Öl und 50 Prozent mehr Gas produziert als mit dem 2-Grad-Ziel vereinbar wäre. In den offiziellen Sparplänen der Länder ist die Rede von 17 Prozent mehr Kohle, 10 Prozent mehr Öl und 5 Prozent mehr Gas im Jahr 2030. Aus Sicht von Unep haben die Staaten verschiedene Möglichkeiten, die Produktionslücke zu schließen. Dazu gehören eine Einschränkung bei der Erforschung und Förderung der fossilen Brennstoffe, die Aufhebung

von Subventionen und eine Anpassung der künftigen Produktion an die Klimaschutzziele.

MBI/sir/2.12.2019

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