03.12.2019 - Spaniens Repsol will mit neuer Strategie klimaneutral werden

Der spanische Öl- und Chemiekonzern Repsol will seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 mit einer neuen Strategie auf Null herunterfahren. Die Dekarbonisierung der Wirtschaft wird überdies Spuren in der Bilanz hinterlassen: Repsol kündigte in Erwartung sinkender Gaspreise eine milliardenschwere Wertminderung an. Beobachter vermuten, dass die Aktie unter Druck geraten wird.

Der Vorstand habe sich nach einer Analyse der Rolle des Unternehmens "im Kampf gegen den Klimawandel" für eine Neuausrichtung entschieden, heißt es in einer am späten Montag verbreiteten Mitteilung.

"Mindestens 70 Prozent dieses Ziels kann mit derzeit verfügbaren Technologien erreicht werden", erklärte Repsol. Der Konzern verpflichtet sich, alle Möglichkeiten zu nutzen, darunter die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid und, falls erforderlich, zusätzlich den Ausgleich von Emissionen durch Aufforstung und andere natürliche Maßnahmen zur Klimaverbesserung.

Als Anreiz zum Umbau des Konzerns sollen mindestens 40 Prozent der langfristigen variablen Vergütung des Managements an die Dekarbonisierungsziele 2021 bis 2025 gebunden werden. Den konkreten strategischen Plan zur Umsetzung will Repsol in der ersten Hälfte des nächsten Jahres vorlegen.

"Die absehbare Dekarbonisierung der Wirtschaft im Zuge der Energiewende hat Auswirkungen auf die bilanzielle Bewertung bestehender Vermögenswerte", erklärte Repsol weiter. Für 2019 dürfte eine Wertminderung nach Steuern von rund 4,8 Milliarden Euro anfallen - vornehmlich auf Explorations- und Förderanlagen in den USA und Kanada, wo die Erwartungen an die zukünftigen Gaspreis gesunken seien. Auf Cashflow und Gewinnbeteiligung der Aktionäre dürfte dies keinen Einfluss haben.

MBI/DJN/sir/3.12.2019

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