29.01.2018 - Frankreich rollt CO2-Betrug von Marseille auf

385 Millionen Euro sind dem französischen Finanzamt durch das Umsatzsteuerkarussell entgangen, das 36 Personen mit CO2-Zertifikaten in Gang gesetzt haben. Am Montag begann in Marseille die Aufarbeitung des Betrugsfalls. Mindestens acht Angeklagte dürften dem Verfahren aus dem einen oder anderen Grund fernbleiben, heißt es in französischen Medien. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die 59jährige frühere Lehrerin Christiane Melgrani. Sie führte zuletzt eine Pianobar und lenkte von 2006 bis zu ihrer Verhaftung den CO2-Umsatzsteuerbetrug unter anderem mit Hilfe von Rentnern, Kellnerinnen und Animierdamen. Die Anführerin steht nun wegen Umsatzsteuerbetrug, organisierter Geldwäsche und krimineller Vereinigung vor Gericht. Eric Castiel, mit Haftbefehl in Israel festgesetzt, und Gérard Chetrit sind die weiteren Hauptverdächtige. Chetrit hat bereits zugegeben, die Rolle des Händlers gespielt zu haben. Er erscheint ebenfalls als Häftling vor Gericht, weil er nur 38 Millionen Euro der auf 45 Millionen Euro festgesetzten Kaution zusammenbekam.



Das Verfahren gegen die Zelle in Marseille wurde durch Ermittlungen der Einheit gegen Geldwäsche in Bercy ins Rollen gebracht. Tracfin waren die Aktivitäten zweier Unternehmen - Energie Groupe und RIDC - auf dem CO2-Markt aufgefallen. Das Verfahren ist auf zwei Monate angelegt, verhandelt wird jeweils montags und dienstags.

MBI/sir/29.1.2018

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