05.02.2018 - EU entfernt sich beim Energieverbrauch von ihren Einsparzielen

Statt ihm näherzukommen entfernen sich die EU-Staaten derzeit wieder von ihrem verbindlich festgelegten Ziel, ihren Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent unter den ohne Sparanstrengungen zu erwartenden Wert zu drücken. Das geht aus Daten für 2016 hervor, die das EU-Statistikamt Eurostat vorgelegt hat. Dem Klimaschutzziel zufolge dürfte der Primärenergieverbrauch in der EU 2020 höchstens bei 1.483 Millionen Tonnen Rohöleinheiten und der Endenergieverbrauch (Bedarf aller Verbraucher abzüglich des Verbrauchs der Energiewirtschaft) maximal bei 1.086 Millionen Tonnen liegen.

Während der Primärenergieverbrauch 2014 diesem Ziel bereits bis auf 1,7 Prozent Abweichung nahegekommen war und im gleichen Jahr das Ziel beim Endenergieverbrauch schon um 2,1 Prozent übererfüllt war, ist der Energieverbrauch in den beiden Jahren darauf wieder gestiegen. Der Endenergieverbrauch lag laut Eurostat 2016 wieder um 2,0 Prozent über der Zielmarke, der Primärenergieverbrauch um 4 Prozent, was einem Verbrauch von 1.543 Millionen Tonnen entspricht.

Betrachtet man das Jahrzehnt bis 2016, so hat der Verbrauch (gemessen durch den von den bisher genannten Einheiten abweichenden Bruttoinlandsenergieverbrauch) nur in Estland (13,4 Prozent) und Polen (3,2 Prozent) zugenommen. In den anderen 26 Mitgliedstaaten sank der Verbrauch, am stärksten in Griechenland (-23,6 Prozent), Malta (-22,5) und Rumänien (-20,2). Für Deutschland wird der Verbrauchsrückgang von 2006 bis 2016 mit -9,8 Prozent angegeben. Aus den Daten lässt sich nicht entnehmen, wie der Trend in den Mitgliedstaaten in den Jahren 2015 und 2016 war.

MBI/fra/5.2.2018

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