07.02.2019 - Energieverbrauch 2017/EU entfernt sich weiter von ihren Zielen für 2020

Die EU-Staaten entfernen sich weiter von ihrem verbindlich festgelegten Ziel, ihren Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent unter den ohne Sparanstrengungen zu erwartenden Wert zu drücken. 2017 wurde ein Prozent mehr Energie verbraucht als im Vorjahr. Das geht aus Daten für 2017 hervor, die das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag vorgelegt hat. Dem Klimaschutzziel zufolge dürfte der Primärenergieverbrauch in der EU 2020 höchstens bei 1483 Millionen Tonnen Rohöleinheiten und der Endenergieverbrauch (Bedarf aller Verbraucher abzüglich des Verbrauchs der Energiewirtschaft) maximal bei 1086 Millionen Tonnen liegen.

Während der Primärenergieverbrauch 2014 diesem Ziel bereits bis auf 1,9 Prozent Abweichung nahegekommen war und im gleichen Jahr das Ziel beim Endenergieverbrauch schon um 1,9 Prozent übererfüllt war, ist der Energieverbrauch seither wieder gestiegen. Der Endenergieverbrauch lag laut Eurostat 2017 wieder um 3,3 Prozent über der Zielmarke, der Primärenergieverbrauch um 5,3 Prozent, was einem Verbrauch von 1561 Millionen Tonnen entspricht.

2017 schafften es lediglich vier Mitgliedstaaten, ihren Endenergieverbrauch gegenüber dem Vorjahr zu drosseln. Am größten war der Rückgang in Belgien (-1,2 Prozent), dann folgen Großbritannien, Italien und Slowenien. Am stärksten zugenommen hat der Verbrauch in der Slowakei (7,0 Prozent), Malta (6,7) und Polen (0,7). Ihren Primärenergieverbrauch drosselten im Jahresvergleich die acht Mitgliedstaaten Estland, Großbritannien, Irland, Schweden, Finnland, Niederlande, Frankreich und Belgien - am deutlichsten Estland mit -4,2 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete Malta (12,9 Prozent) vor Rumänien, Spanien und der Slowakei.In Deutschland veränderten sich Primär- und Endenergieverbrauch von 2016 bis 2017 kaum (+0,21 bzw +0,92 Prozent).

MBI/fra/7.2.2019

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