28.05.2018 - Drastische Strafen für französische CO2-Betrüger

Lange Haft und hohe Geldstrafen: So endet für die Hauptabgeklagten der Prozess um hinterzogene Umsatzsteuer im Zusammenhang mit CO2-Berechtigungen in Frankreich. Das Pariser Strafgericht schickt Gérard Chetrit für acht Jahre hinter Gitter, er muss 10 Millionen Euro zahlen. Eric Castiel erhielt eine Haftstrafe von zehn Jahren und eine Geldstrafe über 20 Millionen Euro. Christiane Melgrani erhielt neun Jahren Haft und muss 3 Millionen Euro Strafe zahlen. Die 59jährige frühere Mathematiklehrerin, die zuletzt eine Pianobar führte, lenkte 2006 eine Testphase des CO2-Umsatzsteuerbetrugs unter anderem mit Hilfe von Rentnern, Kellnerinnen und Animierdamen. Sie wurde wegen Umsatzsteuerbetrug, organisierter Geldwäsche und krimineller Vereinigung verurteilt.

Die 33 anderen Beklagten wurden zu bis zu sechs Jahren Gefängnis und 200.000 Euro Geldstrafe verurteilt, acht davon in Abwesenheit. Alle gemeinsam müssen die 385 Millionen Euro an den Staat zurückzahlen, die sie dem französischen Finanzamt in den Jahren 2008 und 2009 durch das Umsatzsteuerkarussel vorenthalten hatten.

Der Gesamtschaden für den französischen Fiskus, der in den Jahren 2008 und 2009 durch ähnliche Geschäfte entstanden ist, wird auf rund 1,6 Milliarden Euro geschätzt. Europol bezifferte den Schaden für die Steuerzahler in Europa 2010 auf 5 Milliarden Euro.

MBI/sir/28.5.2018

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