04.05.2018 - CO2-Sättigung der Atmosphäre übersteigt im April erstmals 410 ppm

Einen bedenklichen Meilenstein hat der April 2018 hinterlassen. Im Mauna Loa Observatorium auf Hawaii wurden erstmals mehr als 410 Volumenprozent (ppm) CO2 in der Atmosphäre gemessen. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten wurde dieser Wert zuletzt vor drei Millionen Jahren auf der Erde erreicht. Damals hätten die Temperaturen um 3,6 bis 5,4 Grad Fahrenheit höher gelegen als heute und der Meeresspiegel um 50 bis 80 Feet.

Zu Beginn der Industriellen Revolution um 1880 lag die Sättigung der Atmosphäre mit CO2 bei 280 ppm. 1958 wurde auf Hawaii mit der Aufzeichnung der Wetterdaten begonnen, damals standen 315 ppm CO2 in den Büchern. 2013 überstieg die Kennzahl erstmals den Wert von 400 ppm. Mitte April wurde die Marke von 410 ppm erstmals durchbrochen, wie Eco Watch berichtet.

Ralph Keeling sagte, die Luft für die Menschheit werde immer dünner. Sein Vater Charles David Keeling hatte die nach ihm benannte Keeling-Kurve als graphische Darstellung des mittleren globalen Konzentrationsverlaufs des Spurengases CO2 in der Erdatmosphäre seit dem Jahr 1958 entwickelt. Keeling konnte erstmals zeigen, dass die Konzentration des Treibhausgases durch Änderung der Landnutzung und die Verbrennung fossiler Brennstoffe ansteigt. Die Kurve zeigt einen charakteristischen, schwankenden Jahresverlauf, da die Konzentration in der Luft im (Nord-)Frühling ab- und im Herbst zunimmt. Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe zeigte sich in einer Nachricht des Kurznachrichtendienstes Twitter besorgt über die Bedeutung dieses gemächlichen Anstiegs: "Wir experimentieren mit vollem Tempo an unserem Planeten herum, dem einzigen Zuhause, das wir haben".

MBI/sir/4.5.2018

Weitere Plattformen der MBI Infosource