09.07.2018 - CO2-Marktbericht/Keine Sommer-Verschnaufpause für den Dec 18

Der CO2-Markt ist anders als in früheren Jahren offenbar auch in der traditionellen Urlaubszeit immer für Überraschungen gut. Am Montag kletterte der Benchmark-Kontrakt EUA Dec 2018 auf ein neues lokales Hoch bei 16,11 Euro je Tonne CO2 und verteuerte sich damit in knapp sechs Handelsstunden um 0,52 Euro. So teuer war CO2 für emissionshandelspflichtige Unternehmen zuletzt am 8. Juni 2018. Am Montag kostete der Dec 18 um 15.12 Uhr an der ICE 16,06 Euro. Zum Settlement am Freitag hatte der Kontrakt mit 15,70 Euro in den Büchern gestanden.

Nur am 5. Juni mussten die Marktteilnehmer in diesem Jahr noch tiefer in die Tasche greifen: 16,70 Euro waren damals aufgerufen. Die kurze Korrektur in der zweiten Junihälfte, die CO2 am 20. Juni bis auf 14,18 Euro drückte, scheint inzwischen überwunden. Schon seit Tagen ist der Dec 18 auf Erholungskurs. Von Sommerloch bislang keine Spur. "Wir haben uns - basierend auf den Erfahrungen der Vorjahre - eigentlich auf ein geringes Handelsvolumen und einen seitwärts tendierenden Preis für CO2 eingestellt", berichtet Bernadett Papp vom Handelshaus Vertis. Als Gegenbeispiel sieht sie den 4. Juli. Am US-Feiertag Independence Day verteuerte sich der Dec 18 nach Angaben der CO2-Spezialistin um 3 Prozent zum Vortag. Damit übersprang der CO2-Preis die gleitenden Durchschnitte für 20 und 30 Tage, die damit zu guten Unterstützungslinien wurden.

Der Aufwärtsschwung bei CO2 ist jedoch auch der Entwicklung im gesamten Energiekomplex geschuldet. Das Frontjahr im deutschen Strommarkt markierte am Montag mit 44,80 Euro je Kilowattstunde in der Grundlast ein 5-Jahres-Hoch. Aus technischer Sicht sieht die Analystin Strom allerdings bereits als deutlich überkauft an. "Strom ist in sehr kurzer Zeit zu stark gestiegen", meint Papp. Weniger kritisch sei die Preisentwicklung bei CO2. Hier stünden die Warnlampen noch nicht auf rot. Im Gegenteil: Sollte der Dec 18 über der 16-Euro-Marke schließen, könnte sich CO2 weiter verteuern. Dann sei noch berechtigtes Aufwärtspotenzial zu erwarten.

Die Versteigerung von 4,213 Millionen Berechtigungen aus EU-Bestand am Montagvormittag endete mit 15,85 Euro. 24 Interessenten boten zwischen 6 und 17,20 Euro. 19 Bieter waren mit ihrem Gebot erfolgreich. Die EEX gibt den Überzeichnungsgrad mit 3,37 an.

MBI/sir/9.7.2018

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