30.10.2018 - Briten denken an gespiegeltes EU-ETS bei hartem Brexit

Eine Art Spiegelbild des Europäischen Emissionshandelssystems will die britische Regierung für den Fall erschaffen, dass es einen harten Brexit geben sollte. Claire Perry, Ministerin für Energie und sauberes Wachstum, zeigte sich vor dem Subkomitee für EU Energie und Klimawandel im Unterhaus zuversichtlich, dass es gemeinsam mit der EU eine Lösung für dieses Problem geben werde. "Sollte es zu dem sehr unwahrscheinlichen Fall eines harten Brexit kommen, werden wir unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr am EU-ETS teilhaben", sagte sie laut Utility Week dem Komitee.

In dem gespiegelten Handelssystem sollen die derzeitigen Anlagenbetreiber die gleichen Auflagen zur Überwachung, zum Berichtswesen und zur Verifizierung haben wie am Tag des Ausscheidens. Ein robuster CO2-Preis und entsprechende Handelsmechanismen liegen der Ministerin ebenfalls am Herzen. Das britische Ausscheiden aus dem EU-ETS soll nach ihrer Aussage die jüngsten Reformen des Emissionshandels nicht zunichte machen. "Jetzt wo wir bei einem Preis angekommen sind, der gute Signal in Europa aussendet, wäre es ein massiver Rückschlag, wenn der Preis sinken sollte", sagte Perry.



Vor dem Komitee sprach auch Jonathan Holyoak, Direktor für EU Energie und Klimawandel im Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie. Nach seiner Aussage plant die Regierung die Einführung einer höheren CO2-Steuer im Falle des Ausstiegs aus dem Emissionshandel. Genauere Informationen soll das Budget enthüllen. Er räumte ein, dass die ersten drei Monate 2019 für die Anlagenbetreiber nicht einfach sein werden.

MBI/sir/30.10.2018

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