09.01.2019 - Verbraucherschützer/Vier von fünf Heizkostenabrechnungen auffällig

Mieter und Wohnungsbesitzer in Deutschland zahlen womöglich zu viel Geld für das Heizen. Bei 80 Prozent der Heizkostenabrechnungen haben Verbraucherschützer Mängel oder Auffälligkeiten festgestellt. Dazu haben die Verbraucherschutzorganisation Finanztip und die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online stichprobenartig 100 Abrechnungen unter die Lupe genommen. Demnach gab es besonders viele Unregelmäßigkeiten bei den Angaben zum Warmwasserverbrauch und dem Strom, der für die Heizungspumpe verbraucht wird.



"Bei 60 Prozent aller untersuchten Abrechnungen wird der Energieanteil für Warmwasser nicht korrekt, also nach den Vorgaben der Heizkostenverordnung, gemessen", erklärte die Finanztip-Energie-Expertin Ines Rutschmann. In solchen Fällen könnten die Mieter die Kosten für das warme Wasser pauschal um 15 Prozent kürzen. Finanztip hatte die Verbraucher aufgerufen, ihnen die Abrechnungen zur Prüfung zu senden.



Die Stichprobe habe außerdem gezeigt, "dass viele Haushalte zu viel fürs Heizen ausgeben, weil der Einkaufspreis des Brennstoffs zu hoch ist". In mehr als einem Drittel der untersuchten Fälle lagen die Ausgaben für Erdgas um mehr als 10 Prozent über dem günstigsten Tarif. "Mieter sollten in solchen Fällen den Vermieter auffordern, den Lieferanten zu wechseln", erläuterte Rutschmann.



Laut co2online haben Mieter oder Eigentümer vergangenes Jahr im Durchschnitt für das Heizen einer Wohnung mit 70 Quadratmetern im Mehrfamilienhaus 790 Euro pro Jahr gezahlt, wenn Erdgas eingesetzt wurde. Bei einer Ölheizung fielen im Mittel 750 Euro an. Fernwärme ist teurer und kostete 895 Euro im Jahr. In gut gedämmten Gebäuden betrugen die Heizkosten (mit Erdgas) laut den Verbraucherschützern nur 520 Euro, während in schlecht sanierten oder unsanierten Häusern über 1.100 anfielen.

MBI/DJN/aul/9.1.2019

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