20.12.2017 - Monitoring-Bericht/Höhere Redispatch-Kosten in Baden-Württemberg

Bei der Versorgungssicherheit belegt Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin eine Spitzenposition. So lag die Unterbrechungsdauer bei Strom hierzulande bei durchschnittlich 12,8 Minuten im Jahr 2016. Das geht aus dem aktuellen Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg hervor, den das Umweltministerium des Landes jetzt veröffentlichte. Demnach bedeuten die 12,8 Minuten einen der besten Werte in ganz Europa. Auch im Gasnetz sei die Versorgungssicherheit mit einer bundesweiten Ausfallzeit von einer Minute pro Jahr als sehr hoch einzustufen, heißt es in dem Bericht, den das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) erarbeitete. Dem Bericht zufolge halbierten sich 2016 die Kosten für Redispatch-Maßnahmen, um das Stromnetz zu stabilisieren, in Gesamtdeutschland im Vorjahresvergleich, während der Bedarf für solche Maßnahmen in Baden-Württemberg weiter stieg. Als Grund hierfür führt das ZSW vorübergehende Engpässe aufgrund der Zunahme von Netz-Ausbaumaßnahmen an, die es notwendig machten, Teile des Netzes um- oder abzuschalten. Laut ZSW sollen die Kosten hierfür mit 4,3 Millionen Euro jedoch weiterhin vergleichsweise niedrig sein und im bundesweiten Vergleich nur rund 2 Prozent der Kosten ausmachen.

Das ZSW stellte in seinem Bericht auch ein zunehmendes Interesse an dezentralen Speicherlösungen in Baden-Württemberg fest. Demnach wurde nahezu jede zweite neue Solaranlage im Leistungssegment bis 30 Kilowatt im vergangenen Jahr mit einem Batteriespeicher errichtet. Darüber hinaus würden in Pilotprojekten in Baden-Württemberg Einsatzmöglichkeiten von großen Stromspeichern, Maßnahmen des Lastmanagements sowie andere Flexibilitätsoptionen erprobt, hieß es weiter.

MBI/jc/sru/20.12.2017

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