19.01.2018 - IEA/US-Ölförderung übernimmt 2018 globale Spitze

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) rechnet damit, dass die wachsende US-Rohölproduktion in diesem Jahr die Fördermengen von Saudi-Arabien und Russland überflügeln wird. Damit würden die USA zum weltweit größten Ölproduzenten aufsteigen. Die US-Rohölproduktion werde 2018 voraussichtlich auf über zehn Millionen Barrel pro Tag steigen, ein Allzeithoch, das seit 1970 nicht mehr erreicht wurde, erklärte die Agentur in ihrem monatlichen Ölmarktbericht. Die IEA hob ihre Prognose für die US-Rohölversorgung in diesem Jahr um 260.000 Barrel pro Tag auf den Rekordwert von 10,4 Millionen Barrel pro Tag an, was vor allem auf die jüngste Erholung der Rohölpreise zurückzuführen ist.



"Die Voraussetzungen für eine starke Expansion im vergangenen Jahr waren gegeben, als die Nicht-OPEC-Lieferungen, angeführt von den USA, die Weltproduktion in die Höhe trieben", indem sie die Produktionskürzungen der Opec und anderer Produzenten kompensierten. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und zehn Produzenten außerhalb des Kartells, darunter Russland, hatten sich Ende 2016 darauf geeinigt, die Produktion um fast 2 Prozent zu reduzieren, um eine Angebotsschwemme einzudämmen, die seit Ende 2014 die Preise belastet. Die Teilnehmer einigten sich im November darauf, das Abkommen bis Ende 2018 zu verlängern.



Die 14 Opec-Mitglieder erreichten im Durchschnitt eine Erfüllungsrate von 95 Prozent, wobei die Kürzungen im vergangenen Jahr laut IEA auf 39,2 Millionen Barrel pro Tag zurückgingen, von einem Höchststand von 39,6 Millionen Barrel pro Tag. Aber die US-Produktion glich rund 60 Prozent dieser Kürzungen aus, sagte die Agentur. Die IEA ließ ihre Schätzung für das Wachstum der Ölnachfrage für 2018 unverändert bei 1,3 Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit einem Wachstum von 1,6 Millionen Barrel pro Tag im vergangenen Jahr.

MBI/DJN/aul/19.1.2018

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