20.07.2018 - Flut von Anträgen/„Wärmenetze 4.0“-Programm übertrifft die Erwartungen deutlich

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt große Hoffnungen in die Wärmenetze der neuesten Generation. Erst vor einem Jahr rief der Bund dazu das Förderprogramm „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ ins Leben. So will das Ministerium eine breitere Markteinführung von Wärmenetzsystemen 4.0 vorbereiten. Bislang kommt das Programm gut an, wie eine Bilanz des für die Förderung zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zeigt.



Wärmenetze der vierten Generation weisen laut Angaben des Wirtschaftsministeriums eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber der konventionellen Wärmeversorgung auf. Dazu zählen unter anderem die sehr hohen Anteile an erneuerbaren Energien und die effiziente Nutzung von Abwärme.



Das aktuelle Förderprogramm reicht dabei von Studien bis hin zu Hilfen beim Bau der Wärmeinfrastruktur. Die Höhe beträgt bis zu bis zu 15 Millionen Euro für die Realisierung eines Wärmenetzsystems 4.0. Das Programm kommt in der Energiebranche gut an. So ging die BAFA für die Bezuschussung der Machbarkeitsstudien aus dem Modul 1 nur von 12 Anträgen aus. Tatsächlich sind im ersten Jahr 62 Anträge eingegangen. Von diesen wurden bereits 39 positiv beschieden und Zuwendungen in Höhe von 3.7 Millionen Euro erteilt.



Ein Beispiel für solche Machbarkeitsstudien ist ein Projekt des regionalen Versorgers Hamburg Energie im Stadtteil Wilhelmsburg. Ziel ist es laut Angaben des Versorgers, dort in naher Zukunft eine Wärmeinfrastruktur aufzubauen, die Bestands- sowie Neubauten zum größten Teil mit Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt. „Durch die Förderung unserer Machbarkeitsstudie haben wir die Möglichkeit, unser breites Know-how rund um das Thema intelligente Fernwärmesteuerung auszubauen und zu zeigen, dass die vorhandenen Ansätze auch im größeren Maßstab funktionieren“, erläutert Michael Prinz, Geschäftsführer von Hamburg Energie.



Aufgrund des regen Interesses der Markteilnehmer rechnet die BAFA mit weiter steigenden Antragszahlen. Das Programm läuft noch bis Ende 2020.

MBI/mfu

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