15.04.2019 - Umfrage unter Netzbetreibern/Intelligente Netztechnik wird oft überschätzt

Die Integration schwankender erneuerbarer Energien mit über 1,5 Millionen dezentralen Anlagen stellt die rund 900 Verteilnetzbetreiber in Deutschland vor große Herausforderung. Dass dabei der Einsatz intelligenter Technik (Smart Grids) überschätzt werde, ist das Ergebnis einer Umfrage des IAAS in Potsdam. Intelligente Technik könne den Netzausbau nur ergänzen, nicht aber ersetzen, resümiert das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS).

Insgesamt sahen die Befragten beim Ausbau und der Modernisierung der Netze weniger technische Schwierigkeiten als Problem an, sondern vielmehr die Finanzierung der Netzintegration. Dabei stünden die wirtschaftlichen Interessen zwischen Netzbetreibern und Netznutzern im Widerspruch und führten zu Verteilungskonflikten. Während die Netzbetreiber nämlich bei der Festlegung der Eigenkapitalzinsen an einer hohen Verzinsung interessiert sind, wünschen sich die Verbraucher niedrigere Zinssätze weil die Beträge letztlich auf sie umgewälzt werden und in der Stromrechnung erscheinen.

Die IASS-Forscher haben für ihre Studie Interviews mit Geschäftsführern und Netzplanern der zehn größten Verteilnetzbetreiber geführt. Laut IASS decken die ausgewählten Netzbetreiber gemessen an der Leitungslänge 38 Prozent der deutschen Verteilnetze ab. Trotz einiger Kritikpunkte ziehen die Autoren aus den Interviews den Schluss, dass die Integration dezentraler Anlagen gut gelungen sei.

MBI/aul/15.4.2019

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