16.04.2018 - Marktwächter Energie/Verbraucherschützer untersuchen Fernwärmemarkt

Die deutschen Verbraucherschützer nehmen erneut den Fernwärmemarkt unter die Lupe. So bittet der Marktwächter Energie, ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentralen, die Energiekunden um Mithilfe bei Vertragsanpassungen und Preisänderungen. Diese sollten die Kunden online melden, heißt es in dem Aufruf. Denn die Verbraucherschützer vermissen bei den Wärmeanbietern eine transparente Preisgestaltung, aber auch nachvollziehbare Kennzeichnung. Ebenso sei es kaum möglich seinen Anbieter in diesem Bereich zu wechseln.



Nach Einschätzung des Marktwächters Energie verfügen die Betreiber von Fernwärmenetzen über eine Monopolstellung, die sie für intransparente Geschäftspraktiken und sehr lange Vertragslaufzeiten ausnutzen. Hier fehle eine wirksame kartellrechtliche Preiskontrolle, monierten die Verbraucherschützer. Fernwärmeversorger hätten aufgrund ihrer markbeherrschenden Stellung weite Preissetzungsspielräume, die sich zulasten der Verbraucher auswirken könnten.



Dem will der Marktwächter mit seiner bundesweiten Initiative jetzt entgegentreten. Mit den Ergebnissen der Untersuchung sollen Verbraucher umfassend informiert und sensibilisiert sowie eventuelle Regelungslücken identifiziert werden. Ziel der Marktwächter ist es, die Verbraucherrechte im Fernwärmemarkt langfristig zu stärken. Unter www.marktwaechter.de/fernwaerme können sich Verbraucher online an der Befragung beteiligen und ihre Fallbeschreibung einsenden. Betroffene können ihre Beschwerden zum Thema auch per Post oder Fax einreichen.

MBI/aul/16.4.2018

Weitere Plattformen der MBI Infosource