07.08.2018 - Kohleausstieg/Uniper fürchtet um Geschäft in Frankreich und den Niederlanden

Weil die Regierungen in Frankreich und den Niederlanden Ernst machen wollen mit dem raschen Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kohle, sieht der Energieversorger Uniper sein Geschäft in beiden Ländern bedroht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant schon für Ende 2021 das Kohle-Aus, was zu einem Wegfall von zwei Kraftwerken mit zusammen 1,2 Gigawatt Leistung führen würde. Das entspricht mehr als der Hälfte der Kapazität des Unternehmens auf dem französischen Markt. Investitionen von über 1 Milliarde Euro wären verloren.



"Wenn die Regierung dieses Vorhaben ohne Konsens mit den Unternehmen einfach durchdrückt, ist unser gesamtes Geschäft in Frankreich wirtschaftlich gefährdet", sagte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück während einer Telefonkonferenz mit Journalisten nach Vorlage der Halbjahreszahlen.



In den Niederlanden stünde ein neues Kraftwerk bei Rotterdam im Jahr 2029 vor der Stilllegung. Nach nicht einmal 15 Jahre wäre Schluss, womit sich die Investition nicht amortisieren könnte. Delbrück beklagte, dass beide Regierungen bisher nicht mit sich reden ließen. Sollte der schlimmste Fall eintreten und die Kraftwerke per Beschluss vom Netz gehen müssen, sind nach den Worten Delbrücks jedoch keine weiteren Abschreibungen nötig. Wesentliche Bereinigungen in der Bilanz seien bereits erfolgt.

MBI/DJN/aul/7.8.2018

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