13.04.2018 - IEA-Bericht/Handelsstreit könnte Ölnachfrage belasten

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat davor gewarnt, dass ein eskalierender Handelsstreit zwischen den USA und China den robusten Appetit der Welt auf Öl erheblich beeinträchtigen würde. In ihrem monatlichen Ölmarktbericht teilte die IEA mit, dass sie für 2018 weiterhin einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 1,5 Millionen Barrel pro Tag erwartet, warnte aber gleichzeitig davor, dass potenzielle US-Handelszölle und chinesische Zölle ein "Abwärtsrisiko" für die Prognose darstellten.



Die von der US-Regierung geplanten Zölle auf chinesische Importe und die von Peking angekündigten Vergeltungsmaßnahmen würden die Weltwirtschaft belasten, mit "starken Folgen für die Ölnachfrage", meinte die IEA. Die IEA schätzt, dass ein Rückgang des weltweiten Wachstums des Bruttoinlandsprodukts um 1 Prozentpunkt das Wachstum der Ölnachfrage um rund 690.000 Barrel pro Tag reduzieren würde.



"Die Ölnachfrage würde unter den direkten Auswirkungen des geringeren Verbrauchs und des geringeren Binnentransports von gehandelten Gütern leiden, wodurch der Verbrauch von Heizöl und Diesel reduziert würde", heißt es in dem Bericht. Die IEA, eine in Paris ansässige Organisation, die Regierungen und Unternehmen zu Energiethemen berät, hob ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage an und erklärte, dass sie in diesem Jahr 99,3 Millionen Barrel pro Tag erreichen dürfte.



Im März ist nach IEA-Angaben die weltweite Ölversorgung um 120.000 Barrel auf 97,8 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen, hauptsächlich als Ergebnis der Bemühungen der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) zur Eindämmung der Rohölproduktion. Die Opec und zehn Ölförderstaaten außerhalb des Kartells, darunter auch Russland, haben seit Anfang 2017 die Rohölproduktion um rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag zurückgehalten.

MBI/DJN/aul/13.4.2018

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