17.04.2018 - Energie-Dialog/Altmaier erteilt kurzfristigem Kohleausstieg Absage

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) strebt kein rasches Abschalten von Kohlekraftwerken in Deutschland an. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung werde nicht "zwei, drei Jahre dauern, sondern viel länger", sagte der CDU-Politiker in seiner Rede auf einer großen Energiekonferenz im Auswärtigen Amt. Bis 2030 wolle Deutschland die Stromproduktion aus Kohle halbieren, erklärte Altmaier. Im Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, bis zur Mitte des Jahrhunderts fossile Brenn- und Kraftstoffe aus der Energieerzeugung zu verbannen. Grüne und Umweltverbände drängen die große Koalition dazu, das Ziel schneller zu anzugehen.



Eine Kohlekommission soll nun bis Ende des Jahres Empfehlungen erarbeiten, wie und wann die mit Kohle befeuerten Turbinen vom Netz gehen müssen. Der Minister erinnerte daran, dass sich Deutschland neben der Kohle auch aus Atomkraft verabschiede, was die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft wegen hoher Strompreise belaste. Um die Besetzung und Leitung der Kommission hat es zwischen den Ministerien Rangeleien gegeben. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) forderte eine stärkere Rolle für sich.



Neben dem Pfad für den Ausstieg aus der Kohle benannte der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Ausbau der Stromnetze als seine Priorität für die kommenden vier Jahren, damit "alle erneuerbaren Energien transportiert und verbraucht werden können".

MBI/DJN/aul/17.4.2018

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