30.05.2018 - Ponton-Geschäftsführer/Enerchain nimmt Handel im dritten Quartal auf

Das vom Hamburger Unternehmen Ponton entwickelte Blockchain-Projekt "Enerchain" dürfte Ende des dritten Quartals dieses Jahres in Betrieb gehen. Das teilte Ponton-Geschäftsführer Michael Merz im Gespräch mit MBI Energy 4.0 mit. An dem Stromgroßhandels-Projekt nehmen über 40 Teilnehmer aus ganz Europa teil, darunter auch EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall. Geplant ist die Gründung einer Stiftung, die bei der Aufstellung von Regeln, Budgetfragen, Investitionsentscheidungen helfen, jedoch nicht als Betreiber des Projekts fungieren soll. "Das wäre bei dem dezentralen Charakter eines Blockchain-Projekts nicht sinnvoll", so Merz. Zudem müssten die Teilnehmer an dem Vorhaben noch Verträge untereinander abschließen und ein Regelwerk für den Handel festlegen. Erst wenn diese Dinge festgelegt seien, könne der reguläre Handel beginnen, so Merz.

Durch das Enerchain-Projekt soll Strom zur physischen Lieferung gehandelt werden. Daher fällt der Handel nicht unter die Mifid-Regulierung für Finanzprodukte. Die Software aus dem Enerchain-Projekt kann Ponton zum Teil auch für das Projekt NEW 4.0 nutzen, wobei NEW für Norddeutsche Energiewende steht. Dabei geht es um einen Blockchain-basierten Handel von nachfrage- und angebotsseitigen Flexibilitäten am regionalen Strommarkt von Hamburg und Schleswig-Holstein. Diese soll unter anderem auch der Entlastung der Übertragungsnetze dienen.

MBI/cdg/30.5.2018

Weitere Plattformen der MBI Infosource