12.10.2018 - Bundesnetzagentur/Daten in den Netzsektoren haben hohe wirtschaftliche Bedeutung

Die Bundesnetzagentur hat jetzt in einem Grundsatzpapier die Bedeutung von Daten in den Netzsektoren deutlich gemacht. Durch Daten würden die physischen Netzinfrastrukturen in den Bereichen Telekommunikation, Post, Energie und Eisenbahnen „zunehmend smart“, erklärte der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Wilhelm Eschweiler, in Bonn. Big-Data-Analysen ermöglichten neue, innovative Produkte und Dienstleistungen, wie Smart-Home-Anwendungen, vernetzte Mobilitätsangebote oder Streaming- und Kommunikationsdienste, die auf den Netzinfrastrukturen aufsetzen, fügte Eschweiler hinzu.

Allerdings führe die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung von Daten auch in den Netzsektoren zu neuen Herausforderungen, betonte die Bundesnetzagentur. So könne es zu Wettbewerbsverzerrungen und Innovationseinschränkungen kommen, wenn Netzbetreiber exklusiv über bestimmte Daten verfügten, warnte die Behörde. Aus ihrer wettbewerblichen Sicht sind daher strengere Entflechtungsvorgaben für die integrierten Netzbetreiber erforderlich, um etwa im Energiesektor datenbasierte Potenziale heben zu können. Ein Anspruch der Marktakteure gegenüber den Netzbetreibern auf Veröffentlichung von konkreten Netzdaten könnte demnach außerdem dazu beitragen, die Entwicklung innovativer Dienstleistungen im Strommarkt zu fördern. Darüber hinaus sieht die Aufsichtsbehörde sektorübergreifend weitere Herausforderungen entstehen, etwa in den Bereichen Markttransparenz, Datenkooperationen, Schaffung eines Level-Playing-Fields oder im Umgang mit internetbasierten Plattformen und Netzwerken.

Die dynamischen Marktveränderungen führten zu unterschiedlichen Informationsniveaus zwischen Unternehmen, Endverbrauchern und staatlichen Institutionen, erklärte die Bundesnetzagentur. Daher hält sie eine kontinuierliche und proaktive Marktbeobachtung für entscheidend. Denn auch im digitalen Zeitalter könnten Marktveränderungen nur anhand geeigneter Marktdaten fundiert bewertet werden, so die Bundesbehörde. Sie will nun in einem ersten Schritt im Rahmen eines Fachdialogs Marktteilnehmer und externe Datenexperten zusammenbringen. Ziel müsse es sein, die Informationsgewinnung im Bereich Daten zu verstetigen, erklärte der Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Hier hält Eschweiler datenspezifische Marktkonsultationen für denkbar. Diese könnten demnach wiederum die Basis für die Entwicklung einer Meldeplattform durch die Bundesnetzagentur bilden.

Ihren Bericht zur Bedeutung von Daten in den Netzsektoren hat die Bundesnetzagentur im Internet unter www.bundesnetzagentur.de/grundsatzpapier-digitalisierung veröffentlicht.

MBI/jcl/map/12.10.2018

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