08.10.2019 - Blockchain/Bayerisches Wirtschaftsministerium fördert Forschungsprojekt

Die Münchener Thüga erforscht gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM), den regionalen Energieversorgern erdgas schwaben und Energie Südbayern sowie mit Syneco und Thüga SmartService (TSG), wie eine regionale Stromhandelsplattform (RegHEE) auf Basis von Blockchain-Technologie funktionieren kann. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert das Vorhaben über das Zentrum Digitalisierung.Bayern.



Im Rahmen des Forschungsprojekts entwickeln die Partner eine Handelsplattform, bei der alle Teilnehmer sowohl Erzeuger als auch Abnehmer sein können. „Das Projekt ist grundsätzlich offen für alle denkbaren Erzeuger“, erklärt Matthias Cord, stellvertretender Thüga-Vorstandsvorsitzender. „Neben Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) von Hausbesitzern könnten dies auch Blockheizkraftwerke oder sogar Windenergieanlagen von Bürgerenergiegenossenschaften sein.“ So können alle, die sich am lokalen Energiehandel beteiligen wollen, ihre voraussichtlichen Strommengen automatisiert auf einer Handelsplattform anbieten. „Der Preis, zu dem angeboten wird, ist der Produktionspreis und inklusive einer Handelsspanne“, sagt Markus Last, Sprecher der Geschäftsführung von erdgas schwaben. Die produzierte Strommenge wird in das Ortsnetz eingespeist. Intelligente Messsysteme erfassen die Mengen und verbuchen sie auf der Plattform. Energie kann so sehr lokal erzeugt und verbraucht werden. Last erklärt: “Wer kaufen will, setzt seinen Maximalpreis als Obergrenze ein und kauft. Liegt der Preis über diesem persönlichen Limit, wird überregionaler Strom aus dem allgemeinen Stromnetz erworben.“



„Ich sehe neue Technologien wie Blockchain als wichtiges Mittel, die Energiewirtschaft zu modernisieren. Die Kunden möchten, dass ‚ihr‘ Strom auch wirklich vor Ort erzeugt wird“, sagte der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger zum Start des Projekts. Cord ergänzt: „Regionale Energieversorger sind vor Ort verankert und nahe am Kunden. Daher sind sie ideale Partner, die regionale Identität und das gewachsene Umweltbewusstsein ihrer Energiekunden zu unterstützen.“



Sicherheit bei gleichzeitiger Transparenz für alle Handelspartner ist für eine dezentrale Handelsplattform Grundvoraussetzung. „In der Blockchain werden Transaktionen manipulationssicher fortgeschrieben. Jeder Block basiert auf den vorherigen Transaktionen, einzelne Blöcke lassen sich so nicht mehr verändern“, sagt Ulrich Wagner, Professor an der TUM. „Inwieweit die Blockchain für den regionalen Stromhandel einen Mehrwert liefern kann, gilt es in RegHEE zu untersuchen.“ Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung von Energie Südbayern ergänzt: „Neue Technologien, wie Blockchain und Smart Meter, ermöglichen uns ganz neue Denkansätze. In Kürze werden viele kleine PV-Anlagen aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz fallen. Mit der regionalen Stromhandelsplattform RegHEE können wir regionale und nachhaltige Lösungen für unsere Kunden entwickeln.“



MBI/chs/8.10.2019

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