12.12.2017 - Zahl der Insolvenzen in Deutschland auf Mehrjahrestief

In Deutschland rutschen derzeit so wenige Unternehmen in die Insolvenz wie seit 23 Jahren nicht. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging von 21.560 auf 20.200 zurück, wie die Bonitätsprüfungsorganisation Creditreform mitteilte. Eine geringere Zahl an Unternehmensinsolvenzen wurde zuletzt im Jahr 1994 registriert - damals noch unter der alten Konkursordnung. Im Vergleich zum bisherigen Höchststand der Unternehmensinsolvenzen (2003: 39.470) haben sich die Fallzahlen aktuell fast halbiert.



Rückgänge gab es auch bei den Verbraucherinsolvenzen. So haben im Jahresverlauf insgesamt 72.100 Verbraucher Insolvenz angemeldet, 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.



Der Grund für die insgesamt rückläufige Entwicklung der Insolvenzzahlen waren die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Verbraucher und für Unternehmen. Die Arbeitslosenzahl ging zurück und die Einkommen stiegen tendenziell. Zudem waren die finanziellen Belastungen für Kreditnehmer durch preiswerte Finanzierungen und Umschuldungen geringer als in den Vorjahren. Die Unternehmen profitieren von allem von der kräftigen Binnennachfrage und melden in der Breite gute Wirtschaftsdaten.



Die Insolvenzschäden bei Unternehmensinsolvenzen lagen mit geschätzt 26,6 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 27,5 Milliarden, wie Creditreform weiter berichtet.



Überdurchschnittlich ausgeprägt war der Rückgang der Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe (minus 13,9 Prozent; 1.490 Fälle) und im Bausektor (minus 11,7 Prozent; 3.010 Fälle). Mittlerweile stammen 77,8 Prozent und damit der überwiegende Anteil aller Insolvenzen aus dem Handel oder dem Dienstleistungsgewerbe (Vorjahr: 76,1 Prozent). Aber auch im Handel (minus 4,7 Prozent) und im Dienstleistungsgewerbe (minus 4,3 Prozent) gingen die Insolvenzzahlen absolut gesehen zurück.

MBI/DJN/emv/12.12.2017

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