07.10.2019 - IW-Studie warnt vor steigender Rohstoffknappheit bei E-Autos

Die Batterie-Rohstoffe für die Elektromobilität könnten einer Studie zufolge knapp werden. Kobalt gelte als der Rohstoff mit dem höchsten Versorgungsrisiko, heißt es in dem Papier "Rohstoffsituation der bayerischen Wirtschaft", die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt hat. Für das Jahr 2026 wird sich die Nachfrage an Lithium-Ionen-Batterien je nach Szenario auf das 14- bis 24-Fache gegenüber 2016 erhöhen. Hinter diesen Prognosen stehen rund 11 Millionen beziehungsweise 18 Millionen Neuzulassungen von E-Fahrzeugen weltweit.

Tantal ist der Studie zufolge der Rohstoff mit dem zweithöchsten Risiko. Es wird für die Herstellung von Instrumenten, Medizin-Implantaten, chemische Apparate und Kondensatoren gebraucht. Auch die Risikoeinschätzung für andere wichtige Batterierohstoffe wie Graphit habe sich deutlich verschärft. Dagegen hat sich die Lage bei den Seltenen Erden gegenüber Vorgängerversionen des Rohstoff-Risiko-Indexes entspannt - auch wenn sie weiterhin zu den Hoch-Risiko-Rohstoffen zählen. Grundlage für die Berechnungen waren Daten der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), der Beratungsplattform zu mineralischen und Energierohstoffen für die deutsche Wirtschaft.

"Zu den größten Risiken der Rohstoffversorgung gehören der weltweit steigende Bedarf, Protektionismus und andere negative politische Entwicklungen in den Abbau-Regionen sowie die zunehmende Konzentration bei den Rohstoffanbietern", erläuterte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Hier sei die Politik gefragt: Internationale Ressourcenmärkte müssten erhalten und neue eröffnet werden, Unternehmen bei der Erschließung besser unterstützt werden. "Uns allen muss klar sein: Rohstoffe sind unerlässlich für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft", so Brossardt.

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