09.03.2018 - Chemie: Branche rechnet für 2018 mit Preisanstieg von 1 Prozent

Die deutsche Chemiebranche erwartet für 2018 eine maßvolle Preisentwicklung. Im Jahresdurchschnitt werden die Erzeugerpreise um 1 Prozent steigen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bei der Vorlage des Berichts über das vierte Quartal 2017 mit. Zwischen Oktober und Dezember lag das Preisniveau um 0,3 Prozent über dem Vorquartal, im Gesamtjahr 2017 verteuerten sich Chemikalien gegenüber 2016 um 2,7 Prozent.

Der Verband erklärt den Anstieg mit der kräftigen Nachfrage und gut ausgelasteten Anlagen. Die Unternehmen hätten die steigenden Rohstoffkosten daher rasch an die Kunden weitergeben können. Dazu habe auch die Entwicklung des Ölpreises beigetragen: Laut dem VCI kostete ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent im Durchschnitt des Schlussquartals 61,45 US-Dollar und damit fast 19 Prozent mehr als im dritten Quartal. Im Jahresvergleich sei Rohöl sogar um nahezu 23 Prozent teurer gewesen.

Naphtha um 20 Prozent teurer

Mit dem Rohölpreis hat sich den Verbandsangaben zufolge auch Naphtha (Rohbenzin) verteuert. Der wichtigste Rohstoff der chemischen Industrie kostete zwischen Oktober und Dezember durchschnittlich 475 Euro nach 396 Euro im dritten Quartal. Nach den bisher für die Monate Januar und Februar vorliegenden Daten kostet eine Tonne Naphtha 479 Euro.

Auch die Preise für die wichtigsten Primärchemikalien haben im vierten Quartal 2017 fast durchweg angezogen. Die Entwicklung der Kontraktpreise seit Jahresbeginn deutet an, dass sich die Aufwärtstendenz fortsetzt, schreibt der Chemieverband. Die Turbulenzen am Rohölmarkt Anfang Februar, als die Preise für das "schwarze Gold" kurzzeitig abrutschten, zeigten aber, dass insgesamt kein starker Preisauftrieb zu erwarten sei - zumal der Erdölweltmarkt immer noch von einem Überangebot geprägt sei.

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