06.11.2017 - Borealis plant Ausbau der PP-Kapazitäten

Borealis reagiert auf die steigende Nachfrage nach Polypropylen: Man werde die Realisierbarkeit einer umfassenden Kapazitätserweiterung in den europäischen PP-Anlagen prüfen, teilte der Kunststoffhersteller mit. Die entsprechende Machbarkeitsstudie konzentriere sich zu Beginn auf drei Produktionsstätten in Belgien, hieß es weiter. Die endgültigen Investitionsentscheidungen sollen Ende 2018 fallen, zusätzliche Kapazitäten würden schrittweise zwischen dem ersten Quartal 2020 und Anfang 2022 verfügbar sein. Die gesamte angestrebte Kapazitätsausweitung entspricht den Angaben nach dem Umfang einer neuen PP-Anlage im Weltmaßstab.

Die Pläne stehen im Zusammenhang mit der Propan-Dehydrierungsanlage (PHD), die Borealis am belgischen Standort Kallo errichten will. Dort sollen ab 2022 pro Jahr 750.000 Tonnen Propan produziert werden. Das Gas ist ein Vorprodukt zur Herstellung des Kunststoffes Polypropylen. "Die Synergien mit der geplanten PHD-Anlage in Kallo werden für eine zuverlässige und integrierte Liefer- und Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis hin zu unseren Kunden sorgen", wird Alfred Stern, Borealis Executive Vice President Polyolefins, zitiert.

Der Konzern mit Sitz in Wien hat derzeit Probleme mit seiner Produktion im österreichischen Schwechat. Für bestimmte Polypropylen- und Polyethylentypen aus Schwechat hat Borealis Force am 25. Oktober Majeure erklärt, nachdem der angrenzende Ethylen-Cracker von OMV eine Woche zuvor ausgefallen war. Es sei noch nicht abzusehen, wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mit. Welche Typen von dem Lieferausfall betroffen sind, wollte er nicht sagen.

"Das Polypropylenangebot in Europa kann mit der steigenden Nachfrage derzeit nicht mithalten", sagte Maria Ciliberti, Marketing-Chefin bei Borealis. Den erhöhten Bedarf führt die Managerin vor allem auf flexible und starre Verpackungsanwendungen zurück und auch in der Automobilindustrie finde PP als Werkstoff zunehmend Verwendung.

kri

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