05.07.2018 - BMW und Daimler kaufen in China - Regierung hält an Konsortium für Batteriezellenproduktion fest

Vor dem Hintergrund des Großauftrags von BMW an den chinesischen Batteriehersteller CATL hat die Bundesregierung ihren Willen zum Aufbau einer nationalen beziehungsweise europäischen Produktion bekräftigt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier habe ja immer wieder deutlich gemacht, welch große Bedeutung er einer Batteriezellenherstellung in Deutschland beimesse, sagte ein Ministeriumssprecher. Das Ziel bleibe bestehen, auch wenn deutsche Autobauer offenbar ihre Batterien bei ausländischen Herstellern einkaufen wollten. Zum Aufbau einer eigenen Produktion liefen Gespräche auf europäischer Ebene, sagte der Sprecher. Die Frage sei, ob ein europäisches Konsortium gebildet und inwieweit es gefördert werden könne. Über Details könne er nicht berichten.



Regierungssprecher Steffen Seibert verwies auf den Koalitionsvertrag und das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Überlegungen der EU-Kommission zu unterstützen, im Bereich Batteriezellfertigung ein Programm (IPCEI) aufzulegen. Das sei gerade mit Blick auf die Elektromobilität ein wichtiges Handlungsfeld. Deutschland solle wieder Standort für Batteriezellproduktion werden. "Wir wollen ein Fraunhofer-Institut für Speichertechnologien einrichten und vorhandene Kompetenzen einbinden", zitierte Seibert aus dem Koalitionsvertrag.



BMW hatte zuvor bekanntgegeben, man werde bei dem chinesischen Anbieter Contemporary Amperex Technology (CATL) Batterien im Wert von mehreren Milliarden Euro bestellen. Im Gegenzug wollen die Chinesen im Raum Erfurt eine große Produktion für Batteriezellen errichten, wie es in Branchenkreisen hieß. Dies soll demnach kommende Woche während der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen verkündet werden.



Neben BMW erwägt einem Pressebericht zufolge auch Daimler, bei CATL Batteriezellen für Elektroautos zu kaufen. "Wir sind mit den Chinesen in Gesprächen", zitierte das "Handelsblatt" Konzernkreise. BMW will den Berichten zufolge Zellen im Wert von mehreren Milliarden Euro von der thüringischen CATL-Fabrik abnehmen. Die Zellen sollen laut "Handelsblatt" den für 2021 angekündigten iNext antreiben, eine vollelektrische Oberklassenlimousine. Daimler unterhält eine Einkaufsgemeinschaft mit BMW für nicht markenprägende Teile, betonte die Zeitung. Zu diesen Teilen könnten auch Batteriezellen gehören.



Der Schritt von CATL nach Europa komme Daimler zugute, zitierte das "Handelsblatt" aus den Konzernkreisen. Bislang haben demnach nur koreanische Konzerne größere Batteriefabriken in Europa: LG Chem in Polen und Samsung in Ungarn produzieren vor allem für Volkswagen und Audi.

MBI/DJN/AFP/gil/5.7.2018

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