14.05.2018 - BME: Neubewertung von Risiken im Iran-Geschäft ratsam

Der Bundesverband Materialwirtschaft und Einkauf (BME) befürchtet wegen der aktuellen Irankrise eine weitere Belastung der internationaler Wirtschaftsbeziehungen. "Angesichts der Unsicherheit über die künftigen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran sollten Einkauf und Supply Management jetzt die Risiken neu bewerten und rasch Lösungen erarbeiten, um mögliche negative Auswirkungen zu begrenzen“, betonte Hauptgeschäftsführer Silvius Grobosch.



Der angekündigte Rückzug der US-Regierung aus dem Iran-Atomabkomme könnte das Aus für die schrittweise Marktöffnung des Irans bedeuten, die insbesondere deutschen Unternehmen nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen neue Geschäftschancen eröffnet habe, warnte der BME-Chef.

Zur jüngsten Ankündigung des neuen US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell, wonach deutsche Firmen im Iran ihre dortigen Aktivitäten sofort herunterfahren sollen, sagte Grobosch, diese sei häufig nur längerfristig umsetzbar, da Liefer- und Abnahmeverpflichtungen aus bestehenden Verträgen zunächst zu erfüllen sind.



Die Unsicherheit über die zukünftigen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran hat in den vergangenen Tagen bereits zu einem weiteren Anstieg des Ölpreises geführt. „Dies wiederum hat direkte Auswirkungen für die Unternehmen, die ihren Ölpreis nicht absichern konnten. Einkauf und Supply Management sind deshalb gefordert, die Risiken neu zu bewerten und Lösungen zu erarbeiten, um mögliche negative Auswirkungen zu begrenzen“, so der Verbands-Chef.



Im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung seien die internationalen Lieferketten auf offene Grenzen sowie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen angewiesen. Der BME setze sich seit langem für die Liberalisierung des Welthandels ein und werde dies auch weiterhin tun, so Grobosch.

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