04.04.2018 - Bloomberg-Umfrage: Ölmarkt angespannter als erwartet

Der Ölmarkt ist offensichtlich angespannter als erwartet. Darauf deuten neue Zahlen zur Produktion des Rohölkartells Opec hin. Laut einer Bloomberg-Umfrage, auf die die Analysten der Commerzbank verweisen, fiel die Opec-Fördermenge im März um weitere 170.000 auf 32,04 Millionen Barrel pro Tag. Der Großteil des Rückgangs entfiel erneut auf Venezuela, wo sich die Ölproduktion nochmals um 100.000 auf 1,51 Millionen Barrel pro Tag verringerte. Doch auch außerhalb des krisengebeutelten Landes wurde die Produktion reduziert, etwa in Algerien aufgrund von Wartungsarbeiten und in Libyen wegen der vorübergehenden Schließung von Ölfeldern.

Saudi-Arabien förderte eine weitgehend unveränderte Menge von 9,87 Millionen Barrel pro Tag und damit merklich unter dem vereinbarten Produktionsziel. Die Umsetzung der Produktionskürzungen lag auf Basis der Bloomberg-Zahlen insgesamt bei rekordhohen 163 Prozent, ohne Venezuela bei 125 Prozent. Bei einer Fördermenge von gut 32 Millionen Barrel pro Tag wie von Bloomberg berichtet wäre der Ölmarkt ab dem zweiten Quartal deutlich unterversorgt, da der Bedarf an Opec-Öl bis Ende des Jahres auf Basis der aktuellen IEA-Schätzungen bei durchschnittlich 32,5 Millionen Barrel pro Tag liegt. Das Beratungsunternehmen Petro-Logistics berichtete für das erste Quartal einen Rückgang der Opec-Produktionsmenge um 425.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2017 auf das niedrigste Niveau seit Inkrafttreten der Produktionskürzungen Anfang 2017.

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