04.12.2018 - Aristotelis Mistakidis geht zum Jahresende - Untersuchung von Glencores Kupfergeschäft könnte bald abgeschlossen sein

Kanadas führende Börsenaufsicht strebt nach Aussage von informierten Personen an, bis Ende des Monats eine lange anwährende Untersuchung der zu Glencore gehörenden Katanga Mining Ltd. beizulegen. Wie das Wall Street Journal berichtete, hatte die Ontario Securities Commission (OSC) Zahlungen in Höhe von mehr als 100 Millionen US-Dollar, die Katanga Mining an ein Unternehmen im Besitz des israelischen Geschäftsmannes Dan Gertler geleistet hat, unter die Lupe genommen. Glencore hatte später bestätigt, dass OSC-Ermittler Jahresabschlüsse und Offenlegungen der in Toronto börsennotierten Katanga im Zusammenhang mit möglichen Verletzungen von Bestechungs- und Antikorruptionsgesetzen untersuchten.



Im Juli hatte Glencore eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten, das Aufzeichnungen über die Einhaltung der amerikanischen Anti-Korruptions- und Geldwäschegesetze im Kongo, Nigeria und Venezuela forderte. Glencore lieferte zunächst keine Details und hatte es abgelehnt, sich weiter zu der Vorladung zu äußern.



Nach der Veröffentlichung der Vorladung hatte das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, dass sich die US-Ermittler zum Teil auf die Beziehungen von Glencore zu Gertler konzentrieren, einem ehemaligen Co-Investor von Glencore in seinen beiden kongolesischen Kupferbetrieben, einschließlich Katanga Mining. Gertler hat ein Fehlverhalten wiederholt bestritten. Ein Vertreter von Gertler lehnte eine Stellungnahme ab.



Davon unabhängig hat Glencore nun bekanntgegeben, dass sein Leiter des Kupferhandels zurücktritt. Aristotelis Mistakidis, der zeitweise auch den Kupferbergbau im Kongo leitete, werde den Schweizer Rohstoffriesen zum Jahresende verlassen, teilte Glencore mit. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich darüber hinaus nicht weiter äußern. Mistakidis' Nachfolger ist Nico Paraskevas, ein leitender Kupferhändler bei Glencore.



Mistakidis leitete jahrelang den Abbau und Handel von Kupfer bei Glencore, einem der weltweit größten Kupferproduzenten. Er beteiligte sich am Aufbau eines riesigen Kupferbergbauunternehmens im Kongo, das zu einem der größten Umsatzträger für Glencore geworden ist. Dabei wurde er selbst zu einem der wichtigsten Führungskräfte von Glencore und galt nach dem Vorstandsvorsitzenden Ivan Glasenberg als Nummer zwei des Unternehmens. Wegen seines großen Bestands an Glencore-Aktien wurde Mistakidis zudem Multimilliardär. Mistakidis war zuvor nach einer internen Überprüfung aus dem Vorstand von Katanga Mining zurückgetreten.



Im Dezember 2017 sanktionierte das US-Finanzministerium Dan Gertler mit der Begründung, er habe in Freundschaft mit dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila gehandelt und ein Vermögen angesammelt mit "undurchsichtigen und korrupten" Geschäften im Namen multinationaler Unternehmen, die im Kongo Geschäfte machen wollen. Gertler hat es abgelehnt, sich zu den Vorwürfen des Finanzministeriums und der Untersuchung des Justizministeriums zu äußern.

MBI/DJN/gil/4.12.2018

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