11.06.2019 - Schweinepest in China: Bauern schlachten zunehmend Milchkühe für Rindfleisch

In China hat die Afrikanische Schweinepest bislang bereits einen erheblichen Teil der dortigen Schweinebestände getroffen und die Zahl der für Schlachtungen zur Verfügung stehenden Tiere merklich reduziert. In dem Versuch, diese Verluste aufzufangen, greift der weltweit größte Fleischkonsument auf andere Arten von inländisch produziertem und importiertem Protein zurück, wie Bloomberg meldet.

Erhebliche Rindfleischlieferungen aus Australien signalisieren, dass die chinesischen Verbraucher bereits von Schweine- auf Rindfleisch umsteigen, so Alyssa Badger, Director of Global Operations bei HighGround Dairy in Chicago. Und auch Irland könnte seine Rindfleischexporte in das asiatische Land erhöhen. Chinas Rindfleischimporte sind jedenfalls bereits in die Höhe geschnellt: Im April kaufte Peking 128.920 t und damit 75 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Inzwischen ist der inländische Rindfleischpreis auf rund 60,23 Chinesische Yuan (7,74 Euro) je Kilo gestiegen, das sind 6 Prozent mehr als im vergangenen August, als das Land seinen ersten Ausbruch der Schweinekrankheit gemeldet hatte.

Mit den steigenden Kosten für Rindfleisch wechseln die chinesischen Verbraucher zunehmend zu anderen proteinreichen Lebensmittel wie Geflügel und Eier. Der größte chinesische Schweinezüchter, die Wens Foodstuffs Group, will eine Mehrheitsbeteiligung an einem inländischen Geflügelmäster erwerben. Angesichts der vergleichsweise niedrigen Kosten für Geflügel dürfte die Nachfrage nach diesem Fleisch noch deutlich anziehen.

Gleichzeitig könnten chinesische Farmer angesichts der hohen Rindfleischpreise auch zunehmend ihre Milchkühe zur Schlachtung bringen, erwartet Badger. Sie verweist dabei auf Chinas Importe von Flüssigmilch und Sahne, die im April ein Rekordhoch erreicht hatten. "Mit der geringeren Verfügbarkeit von Schweinefleisch und den steigenden Geflügelpreisen wird die Schlachtung von Milchkühen zunehmend wirtschaftlich sinnvoll", sagte sie.

MBI/11/ste/11.6.2019

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