05.04.2018 - Rabobank: Druck auf Milchmärkte im zweiten Quartal geringer als erwartet

Die internationalen Milchmärkte haben im ersten Quartal 2018 von den wachsenden Importen Chinas und den Wettersorgen in Neuseeland profitiert. Insgesamt wachse aber der weltweite Export von Milchprodukten, da die Produktion in den anderen wichtigen Erzeugerregionen weiter zunehme, schreibt die Rabobank in ihrem Quartalsbericht. Demnach läuft die Exportmaschinerie bereits seit Mitte 2017 mit voller Kraft. Die Wetterprobleme haben in den letzten Monaten allerdings nicht nur Neuseeland zu schaffen gemacht. Europa hatte mit einer Kaltfront zu kämpfen, Australien mit Buschfeuern, während in Argentinien eine anhaltende Trockenheit den dortigen Milchkuhbeständen zu schaffen macht.

"Die Produktionsspitze der Milcherzeugung in der nördlichen Hemisphäre droht im zweiten Quartal 2018 zu einem Druckpunkt auf den globalen Märkten zu werden", bemerkt Michael Harvey, Senior Analyst für den Bereich Molkereiprodukte. Dennoch erwartet die Rabobank, dass die Milchmengen von der Nordhalbkugel die internationalen Märkte vollständig fluten werden. So habe beispielsweise die EU-Milchproduktion 2018 auf einem hohen Niveau begonnen, soll allerdings im Jahresverlauf zurückgehen. Frühere Erwartungen, dass der Druck auf die Märkte auch im zweiten Quartal 2018 anhalten soll, haben sich damit gemindert; ein weltweites Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird für die zweite Hälfte 2018 erwartet.

Die EU-Kommission plant derweil für 2018 keine weiteren Käufe von Magermilchpulver (SMP) zu einem festen Interventionspreis. Stattdessen will sich die Kommission darauf konzentrieren, zunächst die 375.700 Tonnen an SMP, die sich bereits in der Intervention befinden, an den Markt zu bringen. Diese Bestände üben bislang noch Druck auf die SMP-Preise aus und dürften auch die Verwendung von Milchfeststoffen in andere Verarbeitungsbahnen lenken.

Für die Erzeugerpreise sieht die Rabobank nach der Erholung 2017 nun weiteres Abwärtspotenzial. Dazu kommt für die Landwirte ein zunehmendes Risiko für steigende Futtermittelpreise.

MBI/12/ste/5.4.2018

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