07.06.2018 - Parlament und Staaten einig: EU will Antibiotika in der Landwirtschaft weiter reduzieren

Der Einsatz von Antibiotika in landwirtschaftlichen Betrieben soll weiter eingeschränkt werden, um resistente Bakterien aus Lebensmitteln fernzuhalten. Darauf haben sich Vertreter des Europaparlaments und der EU-Staaten geeinigt, wie das Parlament mitteilte. "Dies ist ein großer Fortschritt für die öffentliche Gesundheit", sagte die Unterhändlerin des Parlaments, Françoise Grossetête (EVP). "Dank dieses Gesetzes können wir den Verbrauch von Antibiotika in Viehzuchtbetrieben reduzieren, eine bedeutende Quelle für Resistenzen, die dann auf den Menschen übertragen werden."

Tierarzneimittel dürfen der Neuregelung zufolge keinesfalls dazu dienen, die Leistung zu verbessern oder eine schlechte Tierhaltung auszugleichen. Die prophylaktische Verwendung von Antibiotika wird auf einzelne Tiere beschränkt und muss von einem Tierarzt verordnet werden. Auch die metaphylaktische Anwendung, die Behandlung einer Gruppe von Tieren bei Anzeichen einer Infektion, sollte nur dann erfolgen, wenn es keine geeignete Alternative gibt. Auch in diesem Fall ist eine Diagnose und Begründung durch einen Tierarzt erforderlich.

Die Neuregelung gilt auch für importierte Lebensmittel. "So müssen unsere Handelspartner, die weiterhin nach Europa exportieren wollen, auch auf den Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer verzichten", sagte Grossetête. Die Vereinbarung wird nun im Umweltausschuss des Parlaments auf seiner Sitzung vom 20. bis 21. Juni zur Abstimmung gestellt.

MBI/12/sru/ste/7.6.2018

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