11.09.2017 - Korruptionsskandal: Ehemaliger JBS-Chairman Batista stellt sich den Behörden

Am Wochenende hat es eine spektakuläre Wende im Korruptionsskandal um den brasilianischen Staatschef Temer und den darin verwickelten Fleischverarbeiter JBS gegeben. Joesley Batista, ehemaliger Chairman bei JBS, hat sich am Sonntag in Brasilien den Behörden gestellt. Zuvor hatte es laut Medienberichten eine Razzia in seinem Haus sowie in der Zentrale von J&F Investimentos gegeben. Die Holding kontrolliert JBS und eine Reihe anderer brasilianischer Unternehmen.

Am Sonntag hatte der Oberste Gerichtshof die Immunität von Joesley Batista aufgehoben und seine Festnahme gebilligt. Batista und sein Bruder hatten im Frühjahr die Bestechungen gestanden und sich zur Zahlung einer Geldstrafe sowie zur Kooperation bereit erklärt, im Gegenzug sollten sie um eine Gefängnisstrafe herumkommen.

Laut Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot sind neue Tonbandaufnahmen aufgetaucht, die nahelegen, dass Batista oder ein anderer Verdächtiger Beweismittel hat verschwinden lassen. Außerdem werde vermutet, dass die Verdächtigen beim Einfädeln des Immunitäts-Deals illegalerweise von einem Vertreter der Justiz unterstützt wurden. Batista teilte am Sonntag mit, er habe sich freiwillig gestellt und keinerlei Beweise verschwinden lassen.

Um die Rechtsstreitigkeiten finanzieren zu können, trennt sich der Konzern unterdessen weiter von Unternehmensteilen. Sein europäisches Geflügelverarbeitungsunternehmen Moy Park verkauft JBS für etwa 1 Milliarde US-Dollar an Pilgrim's Pride. Gleichzeitig ist JBS aber auch Mehrheitseigner bei Pilgrim's. Der Verkauf soll jährliche Kosteneinsparungen von etwa 50 Millionen US-Dollar mit sich bringen. Vergangene Woche hatte der Konzern bereits unter anderem das Molkereiunternehmen Vigor Alimentos verkauft.

MBI/DJN/map/ssc/11.9.2017

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