05.07.2018 - Japan und Deutschland: Bauern gegen JEFTA-Freihandelsabkommen

Anlässlich der Abstimmung der EU-Minister über den Freihandelsvertrag zwischen EU und Japan (JEFTA) am 6. Juli hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) das für Deutschland federführende Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jetzt aufgefordert, dieses Abkommen abzulehnen. Ansonsten verantworte die deutsche Bundesregierung "einen weiteren Meilenstein im Ausverkauf der bäuerlichen Landwirtschaft hier und auch in Japan", sagte Elisabeth Waizenegger vom AbL-Bundesvorstand.

Sie macht dafür, dass vor allem die in der Milch- und Fleischerzeugung tätigen Höfe hierzulande "von einer Preiskrise in die nächste" gerieten, eine "politisch einkalkulierte Überschussproduktion" verantwortlich. "Dadurch sollen unsere Bauernhöfe auf Kostenreduzierung getrimmt werden, damit die verarbeitende Ernährungsindustrie am Weltmarkt expandieren kann", erklärte Waizenegger. Davon würden exportorientierte Molkereien und Schlachtunternehmen profitierten, aber so werde auch das Höfesterben angeheizt.

Mit JEFTA sollen für die europäische Milch- und Fleischindustrie die lukrativen Märkte in Japan geöffnet werden, stellt die Vertreterin des AbL-Bundesvorstands fest. Doch das sei nicht im Sinne der Landwirte, ist sie überzeugt.

Die AbL zitiert in dem Zusammenhang auch den Vorsitzenden der japanischen Bauernorganisation Nouminren, Yoshio Sasawatari, mit der Aussage, dass die steigenden Agrarimporte aus Europa eine Bedrohung für die japanischen Bauernhöfe darstellten. Denn in Japan treffen demnach Dumpingexporte eine besonders kleinstrukturierte Landwirtschaft. JEFTA werde den japanischen Milchmarkt und auch andere landwirtschaftliche Sektoren weiter liberalisieren, warnt Sasawatari. Das wird aus seiner Sicht die bäuerlichen Strukturen dort "besonders schmerzlich" treffen.

MBI/jc/ste/5.7.2018

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