09.04.2018 - FAS: China importiert 2018 weniger Geflügelfleisch

Chinas Geflügelfleischimporte sollen 2018 angesichts des begrenzten internationalen Angebotes zurückgehen. Wie der Auslandsdienst des US-Agrarministeriums, FAS, schreibt, ist Brasilien bei weitem Chinas größter Geflügellieferant, jedoch wird das südamerikanische Land noch immer von einem Skandal geplagt, der die Exportfähigkeit für rotes Fleisch und Geflügel begrenzt. Der brasilianische Geflügelexporteur BRF war im März von der dortigen Regierung wegen Betrugs angeklagt worden und hatte im Zuge der Untersuchungen die Tätigkeiten in dreien seiner großen Exportstandorte stark eingeschränkt. Auch andere Handelspartner Chinas weisen demnach nur eine begrenzte Fähigkeit auf, ihre Produktion auszuweiten und können diesen Rückgang nicht vollständig auffangen.

Dabei soll Chinas Verbrauch von Geflügel im laufenden Kalenderjahr wieder wachsen. Nachdem das Land 2016 seinen bislang schlimmsten Ausbruch des Vogelgrippe-Virus' H7N9 mit über 700 Infektionen unter der Bevölkerung zu verzeichnen hatte, der sich bis in den Sommer 2017 hingezogen hatte, war das Vertrauen der chinesischen Verbraucher in Geflügelfleisch zunächst deutlich gesunken. Im Juli 2017 hatte das dortige Agrarministerium jedoch bei Geflügel mit einer umfassenden Impfkampagne gegen H7-Viren begonnen, zusätzlich zu der bereits verpflichtenden Impfung gegen H5-Virenstämme. In der laufenden Vogelgrippe-Saison (Oktober 2017 bis heute) sind in China lediglich drei Infektionen bei Menschen verzeichnet worden. Damit kehrt das Vertrauen der Konsumenten in Geflügelfleisch allmählich zurück.

Chinas eigene Produktion bleibt gleichzeitig teilweise begrenzt, weil es in den Geflügelbeständen an neuer Genetik fehlt. Das Land hatte im Zuge der Vogelgrippe Importverbote für die meisten größeren Lieferländer von Lebendgeflügel erlassen; lediglich Neuseeland, Polen und Kanada dürfen derzeit lebendes Geflügel nach China exportieren. Damit wird die Erholung der teilweise stark dezimierten Bestände verlangsamt. Da nun auch Brasilien als Fleischlieferant zunehmend ausfällt, sieht der FAS einen Rückgang der chinesischen Geflügelimporte auf 300.000 Tonnen.

Die inländische Produktion von Hähnchenfleisch soll in diesem Jahr um 700.000 t auf 11,7 Mio t steigen, das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 1 Prozent. Den chinesischen Verbrauch 2018 veranschlagen die Marktbeobachter ebenfalls 1 Prozent höher auf 11,56 Mio t. Chinas Exporte von Hähnchenfleisch sollen im Kalenderjahr um 1 Prozent auf 440.000 t steigen. Das Reich der Mitte exportiert hauptsächlich nach Japan und Hongkong. Der Verbrauch von Hähnchenfleisch pro Kopf ist in China mit durchschnittlich 8 kg jährlich noch sehr gering. Beispielsweise Taiwan verbraucht dagegen durchschnittlich 28 kg je Kopf und Jahr.

MBI/12/ste/9.4.2018

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