12.10.2017 - Ergebnis im 2. Quartal unter Markterwartungen: Unsicherheit bei Südzucker schreckt Anleger ab

Angesichts der Unsicherheit über den weiteren Geschäftsverlauf bei Südzucker infolge der Marktliberalisierung in Europa machen weitere Anleger Kasse. Zudem belastet ein unter den Markterwartungen ausgefallenes Quartal die Stimmung. Der bestätigte Ausblick für das Geschäftsjahr 2017/18 kann die Stimmung unter Investoren nicht heben. Die Südzucker-Aktie, die seit Jahresstart bereits rund ein Viertel ihres Werts verloren hat, verliert am Donnerstag 4 Prozent auf 16,75 Euro.

Analysten von Davy Research sprechen von erheblichen Unsicherheiten, wie sich die europäischen Zuckerverarbeiter der jüngsten Marktliberalisierung anpassten. Ein günstiges Rübenwachstum werde die Zuckerpreise zusätzlich belasten. Südzucker erklärte selbst, dass besonders die Prognose im Segment Zucker weiterhin von "hoher Unsicherheit" geprägt sei. Mit dem Geschäft erwirtschaftete das Unternehmen vergangenes Geschäftsjahr mehr als ein Drittel der Umsätze.

Seit Oktober ist der Zuckermarkt in Europa liberalisiert, weshalb es keine Mindestrübenpreise und Quoten für Zucker mehr gibt. Auf der einen Seite dürfte der Wettbewerb bei Rübenzucker dadurch zunehmen. Südzucker kann aber auf der anderen Seite nun die Produktion jederzeit ausweiten. Das spiegelt sich auch in der Prognose wider.

Wegen einer Absatzsteigerung beim Export erwartet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns im Segment Zucker. Für den Konzern rechnet Südzucker mit einem Ergebnis von maximal 500 Millionen Euro nach 426 Millionen Euro. Im schlechtesten Fall dürfte der Gewinn in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Der Umsatz soll 2017/18 auf 6,7 Milliarden bis 7,0 Milliarden Euro nach 6,5 Milliarden steigen.

Im abgelaufenen zweiten Quartal per Ende August konnte die Südzucker AG zwar beim Umsatz und operativ erneut zulegen. Die Wachstumsraten blieben aber hinter denen des ersten Quartals zurück. Der Umsatz stieg um gut 7 Prozent auf 1,710 Milliarden und das operative Ergebnis um knapp 30 Prozent auf 128 Millionen Euro. Das Nettoergebnis sank unterdessen um rund 7 Prozent auf 50 Millionen Euro. Analysten hatten dem Unternehmen sowohl bei den Erlösen als auch beim Gewinn teils deutlich mehr zugetraut.

Schwierigkeiten bereitet Südzucker das Geschäft im Segment Frucht. Während der Umsatz leicht sank, wurde das operative Ergebnis unter anderem dank höherer Margen und Absätze bei Fruchtzubereitungen erhöht. Im zweitgrößten Segment Spezialitäten belasteten höhere Rohstoffpreise und Abschreibungen: Das Betriebsergebnis sank trotz höherer Erlöse um knapp 7 Prozent. Im wichtigsten Segment Zucker stieg der Umsatz dank höherer Zuckererlöse und Exporte um knapp 8 Prozent, das operative Ergebnis konnte Südzucker sogar mehr als verdoppeln.

MBI/DJN/ssc/12.10.2017

Weitere Plattformen der MBI Infosource