13.03.2018 - USDA Oil Crops Outlook: Exportschere zwischen USA und Brasliien weitet sich

Die in dieser Saison insgesamt eher schleppend verlaufenden US-Sojaexporte werden nach den aktuellen Erkenntnissen des Ölsaatenausblicks (Oil Crops Outlook) des US-Agrarministeriums in deutlich volleren Lägern zum Ende der Saison münden. In dem jüngsten WASDE-Bericht gingen die Beamten von Lagerendbeständen von 555 Millionen Bushel aus, während gleichzeitig die US-Sojaausfuhren um 35 Millionen auf 2,065 Milliarden Bushel oder 56,2 Millionen Tonnen zurückgestuft wurden. Um jedoch dieses bereits verringerte Ziel zu erreichen, müssen von März bis August dem USDA zufolge die höchsten jemals gemessenen US-Sojaexporte erreicht werden. Ob das funktionieren kann oder ob die Läger weiter gefüllt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

So hatten die USA im Februar mit Verzögerungen bei der Logistik zu kämpfen. Die Abwicklung am Golf von Mexiko, die für rund 60 Prozent der US-Sojaverladung steht, ist ins Stocken geraten. Teilweise haben zu hohe Wasserstände bedingt durch Niederschläge und große Mengen an Schmelzwasser nach den starken Schneefällen die Verschiffungen verzögert. Starke Strömungen haben zusätzlich dafür gesorgt, dass Schiffe nur bei Tageslicht beladen werden konnten. Allerdings waren und sind die Logistikkosten plus Bohnenpreise trotz der Behinderungen immer noch wettbewerbsfähig zu südamerikanischen Ursprüngen.

Mit Blick auf den größten US-Wettbewerber Brasilien zeigt sich, dass sich die Schere zwischen US-Exporten und brasilianischen Exporten in der Saison 2017/18 geweitet hat. Standen sich 2016/17 insgesamt 59,2 Mio t US-Soja und 63,1 Mio t brasilianisches Soja in der Exportbilanz gegenüber, so wird es 2017/18 mit 56,2 und 70,5 Mio t ein höheres Ungleichgewicht zu Gunsten von Brasilien sein. Die brasilianische Sojaerzeugung wird bei 114 Mio t gesehen, bis Anfang März haben Farmer bereits rund 35 Prozent davon geerntet. Die höhere Verfügbarkeit von neuerntigem Soja hat dazu geführt, dass im Februar bereits 2,86 (Januar: 1,56) Mio t Soja einen Abnehmer gefunden hatten. Aber nicht nur den Exporteuren, auch den brasilianischen Verarbeitern stehen gute Zeiten in Form eines günstigen Marktumfeldes bevor. Ab dem 1. März gelten in Brasilien neue Gesetze für die Beimischung von Sojaöl in Biodiesel. Die Verblendung wurde von 8 auf 10 Prozent angehoben, sodass die Biodieselindustrie mehr Sojaöl nachfragen dürfte.

Während Brasilien bei den Sojaexporten eindeutig die Nase vorn hat, setzen die USA verstärkt auf die Ausfuhr von Sojaschrot. Hier will man die Ausfälle von Argentinien als weltweit üblicherweise stärkstem Lieferanten kompensieren und von der dortigen Trockenheit profitieren. In Argentinien wird aufgrund der größten Trockenheit seit 30 Jahren laut USDA-März-Prognose mit 47 Mio t Soja voraussichtlich die geringste Sojaernte seit sechs Jahren eingefahren, was zwangsläufig zu Verschiebungen in den Warenströmen führt. Andere Schätzer sehen indes bereits nur noch 42 bis 40 Mio t argentinische Sojabohnen.

Ende Februar haben 72 Prozent der ersten Sojaaussaat in Argentinien eine Bewertung von schlecht bis sehr schlecht erhalten, die zweite Aussaat sieht etwas besser aus, da sie mit den nun angekündigten Niederschlägen noch die Chance hat, sich etwas zu erholen und eine höhere Schotenfülle aufzuweisen. Insgesamt fällt die Sojaanbaufläche in Argentinien allerdings mit rund 18 Millionen Hektar rund 500.000 ha geringer aus als im Vorjahr. Das dürfte die argentinischen Sojaexporte auf 6,8 (Februar-Prognose des USDA: 8,5) Mio t reduzieren und den Crush auf 43 Mio t. Das wären 680.000 t Soja weniger in der Verarbeitung und sollte den Schrotexport auf 30,8 (Februar: 31,3) Mio t vermindern. Kein Wunder also, dass sich die USA hier Chancen ausrechnen, und der Blick auf die US-Sojapreise, die kürzlich fast die Marke von 11 US-Dollar je Bushel erreicht hatten, zeigt, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

MBI/12/ssc/ste/13.3.2018

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