09.08.2017 - USDA-Bericht: Analysten erwarten geringere Erträge bei Soja und Mais

Nach schwierigen Wachstumsbedingungen für Getreide und Ölsaaten in dieser Saison erwarten Marktteilnehmer, dass das USDA seine Schätzung für die Erträge bei Soja und Mais am Donnerstag senkt. Im Einzelnen gehen die Analysten von 166 Bushel Mais je Acre aus, nachdem das USDA im Juli noch 170,7 Bushel in Aussicht gestellt hatte. Mit 174,6 Bu/Acre lagen die Erträge im vergangenen Jahr noch einmal deutlich höher. Die Maiserzeuger in dieser Saison kämpfen in einigen Gegenden mit Regenmangel und in anderen mit zu viel Regen. Entsprechend sind sich Analysten sicher, dass diese Wetterextreme im Juli in der entscheidenden Wachstumsphase zu geringeren Erträgen geführt haben. Das würde dann entsprechend auf die Erntemenge drücken. Die Analysten rechnen mit einer Ernte von 13,84 (USDA Juli: 14,26) Milliarden Bushel. 2016 hatte sich die Produktion dagegen noch auf 15,15 Milliarden Bushel belaufen.

Ob und wie sich das nun auf die Preise auswirkt, ist unter Marktteilnehmern unterdessen umstritten. Einige Analysten sind davon überzeugt, dass ein Durchschnittsertrag über 165 Bushel je Acre nicht ausreichen wird, um das weltweite Überangebot zu reduzieren und der Preisdruck demzufolge anhalten wird.

Bei Sojabohnen erwarten die befragten Analysten eine Ertragsschätzung von 47,4 (USDA Juli: 48) Bu/Acre. Die Erträge würden damit deutlich unter das Vorjahr mit 52,1 Bu/Acre fallen. Die Produktionsschätzung des USDA könnte damit auf 4,20 (Juli: 4,26; Vorjahr 4,30) Mrd Bu sinken, vermuten die Analysten.

Der August-Bericht des USDA ist der erste, der auch auf der Basis von Feldbegehungen erstellt wird. Gleichzeitig messen Marktteilnehmer der Soja-Schätzung weniger Bedeutung bei, da sich die Pflanzen erst jetzt in einer für den Ertrag wichtigen Wachstumsphase befinden. Dennoch fürchten sie, dass die Trockenheit im westlichen Maisgürtel und den nördlichen Plains auch dem Soja schadet. Insgesamt ist der Markt sich jedoch einig, dass große Vorräte aus den Vorjahren, in den USA und global, eine mögliche knappere Ernte in diesem Jahr abfedern können. Versorgungsengpässe werden daher nicht erwartet.

Auch die Sommerweizenernte in den USA bleibt unter Beobachtung der Marktteilnehmer. Sie erwarten, dass das Ministerium die Produktionsschätzung auf 757 Mio Bu senkt, nach 1,08 Mrd Bu im vergangenen Wirtschaftsjahr.

MBI/DJN/map/ste/9.8.2017

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