06.07.2018 - SPD: Datendrehscheibe für die Landwirtschaft gefordert

Eine staatlich initiierte Agrar-Masterplattform als Datendrehscheibe soll nach Ansicht des agrarpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Spiering, die Unabhängigkeit der Landwirtschaft sichern. Die Landwirtschaft sei einer jener Wirtschaftsbereiche, in denen sich sowohl die Digitalisierung als auch die Datennutzung rasant weiterentwickelte, sagte Spiering. Eine nachhaltige Landwirtschaft hält er ohne Digitalisierung für nicht möglich. Die Fusion von Bayer und Monsanto habe gezeigt, dass es in der Agrarwirtschaft der Zukunft um Daten gehe, erklärte der SPD-Politiker. Wer die Daten habe, besitze künftig das Wissen und den Einfluss, so Spiering. Er bezeichnete Monsanto in dem Zusammenhang als eine "Datenkrake".

Die von Spiering geforderte Agrar-Masterplattform, die demnach unabhängig von global agierenden Unternehmen sein soll, könne den Landwirten dagegen Zugang zu allen relevanten Daten ermöglichen, die gesammelt sowie unter Beachtung von Datenschutzgrundsätzen analysiert, ausgewertet und dokumentiert werden, argumentiert der SPD-Agrarsprecher. Dies schone Ressourcen und helfe Arbeitsabläufe zu optimieren, meint Spiering. Auf einer zweiten Ebene der Plattform sollen bestehende und neue Geschäftsmodelle abgewickelt werden, so seine Vorstellung.

Demnach würde die Organisation, Pflege und Aktualisierung der notwendigen Daten auf der Plattform durch einen treuhänderischen Verwalter erfolgen. Für diese Aufgabe käme laut Spiering das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Frage. Denn das DLR decke die gesamte Bandbreite des benötigten Know-how ab, erläuterte er: so etwa Datenmaterial wie Geo- und Wetterdaten, Ergebnisse aus der Ressortforschung, aber auch das fachliche Personal. Auf diese Weise könnten Datenschutz und Datensicherheit für alle beteiligten Anbieter und Landwirte gleichermaßen garantiert werden, ist sich der SPD-Politiker sicher.

Eine solche Agrar-Masterplattform biete der deutschen Landwirtschaft ein intelligentes und anwenderfreundliches Daten-Management-System, das die gesamte Wertschöpfungskette vom Feld bis zur Lieferung an den Handel abbilde, betonte Spiering. So würden die Landwirte von einfachen Arbeitsaufgaben entlastet und könnten die Qualität, die Sicherheit der Prozesse, die Produktivität sowie die Produktqualität erhöhen. Die Masterplattform für die Agrarwirtschaft optimiere zudem den Ressourceneinsatz und stärke Tiergesundheit und Tierwohl, stellte der SPD-Agrarsprecher fest. Auch die gesellschaftlichen Erwartungen an die Transparenz bei Herkunft und in der Lebensmittelverarbeitung könnten so erfüllt werden, fügte er hinzu.

MBI/12/jc/ssc/6.7.2018

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