05.12.2018 - Spärliche Regenfälle: Indien könnte 2019 weniger Weizen produzieren

Indiens Weizenernte könnte 2019 im Vergleich zur diesjährigen Rekordproduktion kleiner ausfallen. Denn ein geringeres Feuchtigkeitsniveau und höhere Temperaturen könnten in wichtigen Anbaugebieten die Erträge der im Winter ausgesäten Kulturen bedrohen, wie Bauern und Analysten Reuters berichteten.

Ein Produktionsrückgang könnte die lokalen Weizenpreise in die Höhe treiben und den zweitgrößten Produzenten der Welt zwingen, die Einfuhrzölle auf das Getreide zu senken, um das Angebot zu erhöhen. Höhere indische Importe wiederum könnten die globalen Weizenpreise stützen, während eine Preiserhöhung im Inland wütende Bauern in Nordindien beruhigen würde.

Madhya Pradesh und der nördliche Bundesstaat Uttar Pradesh sind die beiden wichtigsten Weizen produzierenden Staaten Indiens, sie machen mehr als 45 Prozent der Gesamtproduktion des Landes aus. Diese beiden Staaten erhielten während der Monsunzeit von Juni bis September knapp 10 Prozent weniger Niederschläge als sonst. Zusätzlich zur Wasserknappheit behinderten auch höhere Temperaturen das Wachstum der Pflanzen, berichteten Landwirte. Die Farmer haben bis zum 30. November auf 15,3 (Vorjahr: 15,7) Millionen Hektar Weizen angebaut.

Die Weizenproduktion werde 2019 sinken, da spärliche Regenfälle die Wasserversorgung in den Kanälen von Uttar Pradesh, Madhya Pradesh und dem westlichen Bundesstaat Gujarat eingeschränkt haben, sagte Harish Galipelli, Leiter der Rohstoff- und Währungsabteilung von Inditrade Derivatives & Commodities in Mumbai. "Es ist schwierig, den genauen Rückgang der Produktion abzuschätzen, da er auch von der Temperatur abhängt", so Galipelli zu Reuters. Indien erntete im Erntejahr bis Juni 2018 die Rekordmenge von 99,7 Millionen Tonnen Weizen.

Die lokalen Weizenpreise sind in den vergangenen fünf Monaten aufgrund der geringen Niederschläge und der Abwertung der indischen Rupie um mehr als 15 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg könnte die Regierung veranlassen, Bestände aus ihren Lagern freizugeben, sagte ein Händler aus Mumbai. Die staatlichen Weizenreserven lagen demnach zum 1. November bei 33,14 Mio t und damit 39 Prozent höher als vor einem Jahr.

Die Regierung könnte einen weiteren Anstieg der Preise um 10 Prozent zulassen, um die Landwirte zu erfreuen, sagte der Händler. Sollten die Preise aber über 2.200 INR/t steigen, könnte die Regierung die Einfuhrsteuern senken, um die städtischen Verbraucher zu schützen. Doch selbst mit den jüngsten Preiserhöhungen sind die Landwirte in diesem Jahr frustriert, weil die Kosten für Düngemittel und Diesel noch stärker gestiegen sind.

Im Wirtschaftsjahr 2017/18 importierten die indische Mühlen 1,65 Mio t Weizen, hauptsächlich aus Australien, Russland und der Ukraine. Im Vorjahr waren es noch 5,7 Mio t gewesen.

MBI/11/sru/ste/5.12.2018

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